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Das Bild der Friedhöfe verändert sich

Das Bild der Friedhöfe verändert sich

Die Friedhofskultur wandelt sich. Bis vor wenigen Jahren sind nur Erdbestattungen üblich gewesen. Inzwischen werden immer mehr zusätzliche Bestattungsformen wie Urnenrasen- und Baumgräber nachgefragt. Die Gemeinde Morbach will deshalb ihre Friedhofssatzung überarbeiten.

Morbach. Die Einheitsgemeinde Morbach will ihre Friedhofssatzungen ändern. Anlass ist die veränderte Bestattungskultur der vergangenen Jahre. "Rund 60 Prozent aller Bestattungen sind Urnenbestattungen", sagt Bürgermeister Andreas Hackethal. Er will eine ergebnisoffene Diskussion anregen, wie die Satzung für die 15 gemeindlichen Friedhöfe neu formuliert werden soll und welche Bestattungsform auf welchem Friedhof künftig möglich ist.
Beispiel Wahlgräber für Erdbestattungen: Sie haben mit etwa zehn Prozent nur noch einen kleinen Teil bei den Bestattungen und sollen deshalb künftig nur noch in Morbach möglich sein. Ein Verzicht auf Wahlgräber erleichtere insbesondere die Neuordnung der Friedhöfe und eine Neugestaltung für neue Grabformen.
Ein zweiter Diskussionspunkt könnten die Liegezeiten sein. Die gesetzliche Mindestdauer für Urnen- und Erdgräber liegt bei 15 Jahren. Derzeit beträgt sie in der Einheitsgemeinde 25 Jahre.
Dazu soll für die Reihen, Wahl- und Urnengrabfelder eine einheitliche Gestaltung gefunden werden. Dadurch könnten auch die Kosten für das Anlegen und Unterhalten der Grabfelder besser kalkuliert werden, sodass eine einheitliche Gebührenfestsetzung gewährleistet und der Aufwand für die Vorhaltung von Material und Personal wirtschaftlicher ist, heißt es in der Sitzungsvorlage für die Sitzung des Gemeinderats.
Über neue Pläne wird diskutiert

 Urnengräber auf dem Friedhof der Einheitsgemeinde.
Urnengräber auf dem Friedhof der Einheitsgemeinde. Foto: Christoph Strouvelle (cst) ("TV-Upload Strouvelle"


Neue Bestattungsformen, die in den vergangenen Jahren aufgekommen sind, sind Rasengräber, Baumgräber und Urnenrasengräber. In Morbach sind bereits Flächen für Rasengräber angelegt worden. Da die Angehörigen ihren Verstorbenen gerne einen Gruß hinterlassen wollen, sind diese mit einer Kopfleiste versehen, wo Blumensträuße oder Kerzen hingestellt werden können. Für Urnengräber sollen künftig nur noch abbaubare Gefäße, also sogenannte Bio-Urnen aus Pappe, Holz, Keramik oder Kartoffelstärke verwendet werden.
Wie geht es weiter? Zuerst will die Verwaltung eine Satzung für alle Friedhöfe erarbeiten, sagt Hackethal. Darin werden beispielsweise Liegezeiten und Bestattungsformen festgelegt. Diese Satzung soll dann im Gemeinderat diskutiert und beschlossen werden. Dann können die Ortsbeiräte vorschlagen, welche Bestattungsformen sie sich auf ihren Friedhöfen wünschen. Nicht jede Bestattungsform werde auf jedem Friedhof möglich sein, sagt Hackethal.
So könnten Baumgrabfelder nur auf einigen ausgewählten Friedhöfen eingerichtet werden. "Wir müssen schauen, wo was möglich ist", sagt der Bürgermeister.