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Das Boot und ein Büro sollen bleiben

Das Boot und ein Büro sollen bleiben

Es gibt neue Aussagen zur Zukunft der Wasserschutzpolizeistation Bernkastel-Kues. Eine Entscheidung wird aber erst 2017 fallen. Die Politiker vor Ort wehren sich gegen die Ausdünnung der Infrastruktur im ländlichen Raum.

Bernkastel-Kues. Steter Tropfen höhlt den Stein. Ob das im Fall der im Raum stehenden Schließung der Wasserschutzpolizei-Dienststelle in Bernkastel-Kues etwas nutzt? Die neueste Meldung aus dem Mainzer Innenministerium dazu: "Im Innenausschuss wurde vorvergangene Woche gesagt: Die Standorte Bernkastel-Kues und Cochem werden nach derzeitigem Planungsstand zu Außenstandorten der Stationen in Trier und Koblenz umstrukturiert", teilt Ministeriumssprecher Joachim Winkler auf Anfrage des TV mit. Wie sich das dann darstelle, könne er aber noch nicht sagen, weil die Planungen ja noch liefen.
Wie mehrfach berichtet, sollen zentrale polizeiliche Dienstleistungen in einem neuen Polizeipräsidium gebündelt werden. Dabei, so Winklers Kollege Michael Maurer, werde "eine effiziente und effektive Aufgabenwahrnehmung der Wasserschutzpolizeistationen in Cochem und Bernkastel-Kues geprüft". Eine Arbeitsgruppe habe Zahlen und Daten zusammengetragen und verglichen. Mit verbindlichen Ergebnissen sei frühestens im Februar 2017 zu rechnen.
Das in Bernkastel-Kues stationierte Boot solle auch dort bleiben, teilte Stadtbürgermeister Wolfgang Port in der Sitzung des Stadtrates mit. Der TV hat beim Polizeipräsidium in Trier nachgefragt. Von dort kommt die Antwort: "Im Dienstgebäude der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues wird eine ständige Anlaufstelle beziehungsweise ein Büro für die Wasserschutzpolizeistation Bernkastel-Kues eingerichtet."
Es sei wichtig, dieses Thema immer wieder anzusprechen, so der Tenor im Stadtrat - auch von den Vertretern der Parteien (SPD, Grüne, FDP), die in Mainz die Landesregierung bilden. Bernd Gelz (SPD) sagt allerdings zusätzlich: "Die Regierung muss Geld sparen." Deshalb müsste die Infrastruktur im Land auf ihre Notwendigkeit und Rentabilität untersucht werden.
Stadtbürgermeister Wolfgang Port (CDU) sieht das anders. "Die Infrastruktur wandert nach und nach in die großen Zentren ab. "Die ländlichen Regionen sind auf sich selbst gestellt", sagt er. Gleichzeitig habe das Land nach der Wahl ein neues Ministerium und neue Stellen geschaffen. Von Millionengräbern wie dem Nürburgring ganz zu schweigen. Für Bernd Gelz ist diese Argumentation "polemisch".
Im Fall der Wasserschutzpolizei wäre für Marc Spaniol (CDU) eine andere Vorgehensweise logisch. Die Zentrale der Wasserschutzpolizei müsste seiner Meinung nach an der Mittelmosel und nicht in Trier sein. "Denn hier ist der meiste Schiffsverkehr", sagt er.