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Das City-Hotel in Bernkastel-Kues soll wieder mehr Übernachtungsgäste in die Stadt ziehen

Tourismus : Mehr Touristen in Bernkastel-Kues durch 200 neue Betten

Das geplante City-Hotel in Bernkastel-Kues soll in der Zukunft wieder mehr Übernachtungsgäste in die Stadt ziehen. Mit rund 100 Zimmern gibt es dafür weitere Möglichkeiten. Doch einige Punkte sorgen für Diskussionen.

In den vergangenen  zehn Jahren hat sich beim Tourismus in Bernkastel-Kues vieles getan. Jeden Sommer strömen tagtäglich Touristen von überall her in die Stadt an der Mosel – aber es hat nicht nur positive Veränderungen gegeben. Das Bettenangebot ist in den vergangenen Jahren um einen großen Anteil gesunken. Im Vergleich zu den offiziell gemeldeten Bettenzahlen vor zehn Jahren stehen aktuell rund 650 Hotelbetten weniger für Touristen zur Verfügung. Das ist das Ergebnis einer Studie des Mosel-Gäste-Zentrums (MGZ). Sie zeigt, dass seit 2010 rund 950 Betten in Bernkastel-Kues abgemeldet wurden, während nur 300 Betten neu hinzukamen. Bei der Schließung dieser Lücke soll das geplante City-Hotel am Forumsplatz helfen, über das der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung gesprochen hat.

Mit insgesamt 103 Hotelzimmern und rund 200 Betten soll das geplante Vier-Sterne-Hotel neuen Raum für Touristen in der Stadt bieten. Das City-Hotel sei für den Tourismus in Bernkastel-Kues wichtig, erklärt Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Die Zahl der Gästezimmer innerhalb der Stadt habe in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen, und der Tagestourismus ohne Übernachtungen sei immer mehr gestiegen. Port: „Früher hat es noch ein größeres Angebot an Zimmern in der Stadt gegeben, da waren auch abends immer noch viele Leute in der Stadt unterwegs. Das City-Hotel wird wieder neue Betten in die Stadt bringen.“

Der Tourismus sei ein wichtiges Standbein für Bernkastel-Kues und die Umgebung. Auch nachdem die Geschäfte in der Corona-Krise wieder öffnen durften, waren erst dann wieder viele Kunden vor Ort, als auch Touristen nach Bernkastel-Kues kamen. „Das City-Hotel wird damit auch wieder Kaufkraft in die Stadt bringen“, sagt Port.

In der Stadtratssitzung sorgen allerdings zwei Punkte des geplanten Hotels für Diskussionsstoff. Das erste Thema ist die geplante Höhe des Hotels im Vergleich zu den umliegenden Gebäuden und dem Gebäude des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR). In der Vorstellung des Architekten ist zu erkennen, dass das Hotel die benachbarten Gebäude in der Höhe überschreiten wird. Darauf weisen mehrere Ratsmitglieder hin. Port: „Das Hotel wird von der Höhe zu den umliegenden Gebäuden passen, so war es auch immer vorgesehen. Die Planung sieht derzeit eine Differenz von 50 Zentimetern vor.“

Ein Thema, das für noch mehr Diskussion sorgt, ist die Veränderung der Parkplatzsituation für Anwohner, die durch das Hotel entstehen würde. Die ersten Bedenken äußert Karin Oster: „Wie sollen die 64 Parkplätze, die in der Tiefgarage des Hotels entstehen sollen, für die Gäste in 103 Zimmern und das Personal reichen?“ Darauf erwidert der zuständige Architekt Jan Berdi, dass die Plätze, die für das Hotel benötigt werden, nachgewiesen werden. Karin Oster fügt hinzu, dass die Hotelgäste den Anwohnern, die in der Nähe des geplanten Hotels leben, möglicherweise alle freien Plätze zuparken würden.

Port kann diese Bedenken und auch die laufenden Beschwerden, die ihn dazu erreichen, nicht verstehen: „Die Tiefgarage, die es derzeit schon dort gibt, ist die meiste Zeit leer. Wenn wir diese Tiefgarage durch das Hotel auch voller bekommen, wäre das positiv. Parkplätze sind auf jeden Fall genug da.“

Trotz der Bedenken wird der Aufstellungsbeschluss in der Stadtratssitzung einstimmig gefasst. Es sei damit zu rechnen, dass das Hotel 2022 eröffnet werden könne. Eine Konkretisierung der Planung soll zeitnah folgen.