"Das Ding ist hier"

Die U18-Basketballer des SFG Bernkastel-Kues sind vor zwei Wochen deutscher Pokalsieger geworden. Eine ganze Region ist stolz auf das Team. Und in der Stadt wachsen die sportlichen Ziele.

Bernkastel-Kues. "Das Ding ist hier", ruft Stadtbürgermeister Wolfgang Port in den langsam dunkler werdenden Himmel über Bernkastel-Kues. Er macht es Oliver Kahn nach, der vor wenigen Wochen die Meisterschaft des FC Bayern München mit ähnlichen Worten vom Münchener Rathaus-Balkon aus bejubelte. In Bernkastel-Kues feiern sie an diesem Abend allerdings keine Fußballer, sondern Basketballer: das U18-Team des SFG Bernkastel-Kues. Es hat schon so manche Erfolge gefeiert, doch der Gewinn des deutschen Pokals vor zwei Wochen überstrahlt alles. Und es ist an diesem Abend ähnlich wie in einer Basketball-Arena. Jeder Spieler wird einzeln aufgerufen und läuft vor die Bühne, die für das Rathaus-Jubiläum auf dem Marktplatz aufgestellt wurde. Mehrere hundert Fans empfangen sie mit Jubel. Die Jungs haben den Siegerpokal dabei, und jeder von ihnen trägt eine Medaille um den Hals.Neben dem Stadtbürgermeister finden auch Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, und Sportkreisvorsitzender Manfred Neumann lobende Worte für die Nachwuchs-Basketballer, die zu größten Hoffnungen berechtigen. "Ich kann mich an keinen vergleichbaren Erfolg im Kreis erinnern", hebt Neumann die außergewöhnliche Leistung hervor. Moderatorin Bianca Waters interviewt Josip Bosnjak, den Vater des Erfolges: ein Basketball-Verrückter im besten Sinne. "Wir hatten nichts zu verlieren in Berlin", erzählt er. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass seine Spieler schon eine große Belastung tragen, weil sie auch noch in anderen Mannschaften spielen. Alleine für den Pokalwettbewerb waren, inklusive des Finales, sechs Turniere zu spielen. Viele der Spieler trainiert Bosnjak seit Jahren. Mittlerweile sind ihm die meisten körperlich über den Kopf gewachsen. Der Trainer löst das so: "Die Jungs setzen sich und ich knie mich." Der körperlich Größte unter ihnen ist Maik Zirbes: 2,08 Meter misst er und hat Schuhgröße 53. Er gilt als großes Talent und arbeitet auf ein Ziel hin: die NBA, die beste Liga der Welt. Doch er bleibt bescheiden. "Ohne die Mannschaft geht nichts", sagt er mit Blick auf seine Mitspieler. Der Zusammenhalt wird an einem Beispiel deutlich. Malte Kien, Aaron Henrichs, Simon Kluth, Stefan Ehses, Jerome Keusen und Kilian Dietz, spielen schon seit den Zeiten der Minimannschaft zusammen. Der Verein ist stolz auf das Team. Das Ziel sei die Regionalliga, sagt Abteilungsleiter Christian Braun. Und wie wäre es mit der Bundesliga? "Wir sparen schon auf die Wildcard", sagt Vorsitzender Jens Schug nicht ganz ernst gemeint mit Blick auf das Verfahren, das demnächst für die TBB Trier ansteht.