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Das DLR in Bernkastel-Kues setzt wegen Corona auf modernste Konferenztechnik.

Schule : Unterricht direkt und digital

Das DLR in Bernkastel-Kues setzt auf modernste Konferenztechnik, um den Unterricht sicherstellen zu können.

Ein Lehrer, der Schüler in zwei Klassenräumen gleichzeitig unterrichtet? Wie das funktioniert, demonstriert das DLR (Dienstleistungszentrum ländlicher Raum) in Bernkastel-Kues. Denn aufgrund der Corona-Pandemie können die Berufsschulklassen für die Berufe Winzer und Weintechnologe nicht in einem Raum unterrichtet werden. „Die Grundempfehlung des Ministeriums besagt, dass wir die Klassen teilen und die eine Hälfte der Schüler bei uns und die zweite Hälfte zu Hause digital unterrichten“, sagt Hubert Friedrich, Leiter des DLR Mosel. Doch das könne man nicht leisten, weil dazu mehr Lehrer benötigt würden. Deshalb hat man in der behörde einen anderen Weg gewählt und die Klasse auf zwei Räume aufgeteilt. In dem einen Raum steht ein Lehrer und unterrichtet im üblichen Frontalunterricht, vor ihm die Schüler an Einzeltischen mit dem geforderten Abstand von 1,50 Meter. So können die Schüler auch ihre Masken ablegen, die sie beim Betreten der Räume noch tragen und bei einem möglichen Verlassen ihres Sitzplatzes wieder aufsetzen müssen. Die Schüler im zweiten Klassenraum sitzen vor einer digitalen Tafel, auf denen sie ihren Lehrer live sehen und hören können. So ist der der Unterrichtsplatz von Lehrer Achim Rosch hochtechnisiert.

Vor ihm befinden sich Kamera und Mikrofon, aber auch ein Bildschirm, mit dem er seine Schüler im Nebenraum beobachten und ein Lautsprecher, mit dem er sie hören kann.

Auch, wenn er nicht direkt vor ihnen steht, kann er diese Schüler per Übertragungstechnik aktiv am Unterricht teilnehmen lassen. Diese können aufzeigen, sich zu Wort melden und auf Fragen von Rosch antworten. Über die Tafel kann er den Schülern bei Bedarf auch Schaubilder oder andere digitale Präsentationen einblenden.

„Das ist modernste Konferenztechnik“, sagt Friedrich, die das DLR für 5000 Euro angeschafft hat, um den Unterricht so halten zu können.

„Mit Kamera ist das ungewohnt, aber es ist eine gute Methode, um den Unterricht zu gestalten“, sagt

Lehrer Rosch.

Auch für Schüler wie für Lukas Werland ist diese Art des Unterrichts „gewöhnungsbedürftig und ein bisschen komisch“, sagt er. Wenn der Lehrer im anderen Raum ist, traue man sich nicht so zu fragen. „Es ist aber besser als vor dem Computer zuhause zu sitzen.“

Doch verlangt die Technik auch mehr Disziplin als im normalen Unterricht, hat Werland festgestellt. „Wenn der Lehrer spricht und einer dazwischenredet, versteht man nichts.“ Und auch sonstige Geräusche wie das Rücken von Stühlen oder das Vogelgezwitscher durch das offene Fenster neben dem Lehrer werden übertragen. Durch die digitale Lösung verbessert sich auch die Struktur im Tagesablauf der Schüler, sagt Werland. „Jetzt hat man hier einen geregelten Ablauf.“