Das Ende der Kreisverkehrswacht Bernkastel-Wittlich

Vereine : Keine Zukunft für die Kreisverkehrswacht

Der gemeinnützige Verein löst sich auf, weil sich niemand im Vorstand engagieren will. Besonders die Verkehrserziehung in Kindergärten und Grundschulen lag den Mitgliedern am Herzen.

Die Kreisverkehrswacht Bernkastel-Wittlich, ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, löst sich auf. Bei der Mitgliederversammlung fand sich niemand bereit, die Vorstandsposten zu übernehmen. Anwesend waren neben dem Vorstand nur sechs Mitglieder – alle im hohen Rentenalter. Reinhard Mittler, der 20 Jahre dem Verein vorstand, muss jetzt als Liquidator den Verein abwickeln. Er bedauert den Beschluss, den die Mitgliederversammlung einstimmg fasste. Mittler, ehemals Leiter des Fachbereichs Verkehr und Zulassung bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, ist von der Mosel nach Nordrhein-Westfalen umgezogen.

Der 65-jährige Pensionär sagt: „Wir haben überall nachgefragt, bei der Polizei, bei Lehrern, bei Mitarbeitern der Kreisverwaltung, aber es fand sich niemand bereit, sich im Vorstand zu engagieren.“ Fast immer habe die Antwort geheißen: „Wir sind überlastet, wir haben keine Zeit.“ Auch der zweite Vorsitzende und der Schatzmeister, beide ebenfalls im Rentenalter, wollten sich nicht mehr zu Wahl stellen.

Die Kreisverkehrswacht gibt es schon sehr lange. Sie gab es bereits in den ehemaligen Kreisen Bernkastel und Wittlich. Zuletzt hatte der Verein nur noch 18 Mitglieder, es waren schon mal an die 100. Das Vermögen des Vereins, 1200 Euro, geht satzungsgemäß nun an die Landesverkehrswacht. Vor allem Polizisten, Lehrer, aber auch Inhaber von Autohäusern hatten sich in dem Verein engagiert. Sie kümmerten sich um Verkehrserziehung, Verkehrsaufklärung und berieten ihre Mitglieder und Behörden in Fragen der Verkehrssicherheit. Ein besonderes Anliegen der Kreisverkehrswacht war, in Zusammenarbeit mit der Polizei in Kindergärten und Grundschulen Jungen und Mädchen über das richtige Verhalten im Verkehr aufzuklären.

Der Verein verteilte beispielsweise 2000 Mal- und Lernbücher mit dem Titel „Spielend fit für den Straßenverkehr“. Weitere Aktivitäten waren die Plakataktion wie „Ohne Führerschein ist das ganze Jahr Aschermittwoch“ oder Werbebanner, die auf die jährlichen kostenlose Lichttests hinwiesen. Er bot ferner Vorträge an zu Themen wie Autofahren im Alter, Fahrsicherheitssysteme im Fahrzeug oder gab spezielle Hinweise für junge Motorradfahrer.

Beliebt war die Auszeichnung bewährter Kraftfahrer. Sie gab es in den folgenden Stufen: Bronze für zehn Jahre Fahrzeit, Silber für 20 Jahre Fahrzeit, Silber mit Eichenkranz für 25 Jahre, Gold für 30 Jahre, Gold mit Eichenkranz für 40 Jahre und das Goldene Lorbeerblatt für 50 Jahre Fahrzeit. Allein mit den Mitgliedsbeiträgen hätte die Kreisverkehrswacht ihre Aktivitäten nicht finanzieren können. Geld erhielt der Verein auch übers Amtsgericht. Um ein Strafverfahren einzustellen, verhängt das Gericht Geldauflagen. Das Geld geht an gemeinnützige Einrichtungen. Bei Vekehrssündern ging der vom Gericht festgelegte Betrag oft an die Kreisverkehrswacht.

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