Das Ende einer erfolgreichen Jugendarbeit

ZELL/PÜNDERICH. Das Jugendbildungszentrum (JuBiZ) Marienburg des Bistums Trier ist bekannt für seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf musisch-kulturellem Gebiet. Zahlreiche Projekte sind in den vergangenen Jahren dort entstanden – zuletzt das Musical "Rachel". Das Bistum will nun die Jugendarbeit neu strukturieren. Ob dann solche Musikprojekte auf der Marienburg noch entstehen, ist mehr als fraglich.

Als sich am vergangenen Freitagabend die erschöpften aber glücklichen Schauspieler nach der Aufführung des Jugendmusicals "Rachel" vor dem Publikum verbeugten, erhoben sich die rund 1000 (!) Besucher in der Zeller Sporthalle und spendeten minutenlang Beifall. Alle waren sich einig: Das, was die Laiendarsteller, Tänzer, Musiker, Sänger, Choreografen, Kostümbildner, Tontechniker, Bühnengestalter, Texter und die vielen unsichtbaren Helfer hinter der Bühne vollbracht hatten, war grandios. "Rachel" war sozusagen an seinen Entstehungsort zurückgekehrt - vorher hatte das Musical unter anderem bereits bei der Uraufführung in Trier (der TV berichtete) und später beim Weltjugendtag in Köln für Begeisterung gesorgt. Mit "Rachel" auf dem Höhepunkt des Erfolgs

Auf der Marienburg bei Zell, wo sich eines von drei Jugendbildungszentren des Bistums Trier befindet, war das Musical unter der Leitung von Johannes Maria Schatz, der zugleich als Autor und Produzent verantwortlich zeichnet, in mehrjähriger harter und intensiver Arbeit mit den Jugendlichen entstanden. "Rachel" ist bislang der Höhepunkt einer Arbeit, die auf der Marienburg seit fünf Jahren mit großem Erfolg geleistet wird. Mit zahlreichen ehrenamtlichen Jugendlichen und Erwachsenen sind dort eine Reihe von bemerkenswerten musisch-kulturellen Projekten, alle mit einem religiösen Hintergrund, entstanden. Zu nennen sind unter anderem Musikprojekte wie "Amos", "Gilgamesch", "Maria" oder die Aufführungen des Jungen Chors Marienburg. Mit großer Begeisterung machten zahlreiche Jugendliche aus der Region mit, verbrachten Probenwochenenden auf der Marienburg und freuten sich gemeinsam über die Früchte ihrer Arbeit. Wird es in Zukunft solche auf der Marienburg erarbeiteten Jugend-Projekte noch geben? JuBiZ-Leiter Johannes M. Schatz ist skeptisch, zumal er im kommenden Jahr die Marienburg verlassen muss. Der Grund: Das Bistum wird im Zuge einer Neustrukturierung der Jugendarbeit alle drei Jugendbildungszentren auflösen und sie in so genannte "Fachstellen plus" umwandeln. Dabei müssen die jeweiligen Dienststellenleiter ihren bisherigen Einsatzort wechseln. Auch Schatz ist betroffen. Vor der "Rachel"-Aufführung in Zell nutzte Schatz die Gelegenheit, sich bei den vielen Aktiven zu bedanken, und es klang Wehmut und etwas Traurigkeit mit. Schatz: "Mit der Hilfe vieler ist es gelungen, die Marienburg wieder zu einem wirklichen Zentrum der Jugendarbeit des Bistums zu machen. Sie können sich vorstellen, dass ich selbst es am meisten bedauere, dass unsere erfolgreiche Arbeit hier ein Ende nimmt." "Fachstelle plus" statt Jugendbildungszentrum: Was sich genau ab April kommenden Jahres ändern wird, darüber konnte das Bistum dem TV keine genauen Angaben machen. Bernhard Zaunseder, Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendpastoral im Bistum, deutet aber an, dass in Zukunft mehr der "liturgisch-religiöse" Bereich im Vordergrund stehen werde. Die Marienburg werde dafür sogar mit mehr Personal ausgestattet.