Das Ensemble Schall und Rauch begeistert sein Publikum

Bekannte Musiker : Sieben verschiedene Charaktere, eine Musik

Das Ensemble Schall und Rauch gibt es seit drei Jahren. In dieser Zeit hatten die Musiker in der Region vielbeachtete Auftritte. Denn sie machen nicht nur Musik, sondern geben ihren Zuhörern Hintergründiges mit auf den Weg.

Das Ensemble „Schall und Rauch“ zusammenzuhalten ist ähnlich einfach, wie ein Sack Flöhe zu hüten, aber: Klaus Wahl kriegt das hin. Mit viel Gelassenheit, Geduld, Fachwissen und Fleiß bleibt er dem Grundgedanken der Gruppe treu. Der lautet: Musik einer bestimmten Zeitepoche in einem gesellschaftlichen Kontext zu präsentieren. Im ersten Programm war das die Zeit von 1925 bis 1945 und es hieß „Irgendwo auf der Welt“.

Jetzt sind es die Wirtschaftwunderjahre, die „Schall und Rauch“ musikalisch beleuchtet. Neben Klaus Wahl am Kontrabass sind als Sänger dabei: Theresia Zils, Barbara Philipp, Gerd Elsen, und Didi Könen. In der Rhythmusgruppe spielen Mark Schelzke am Klavier und Klaus Behütuns-Steffens am Schlagzeug. Bekannt ist Barbara Philipp vor allem durch ihre Schauspielkunst, beispielsweise ist sie als Assistentin von Tatortkommissar Murot als „Wächter“ zu sehen. Aber, das wissen nur wenige, sie singt auch. Theresia Zils ist in der Jazzszene ein Begriff, während sich Gerd Elsen meist um die klassische Musik kümmert und Didi Könen als Rockmusiker in der Region unterwegs ist. Jeder hat seinen eigenen, gewachsenen Stil, aber wenn sie zusammenkommen entsteht daraus neue Kunst. Denn jeder der sieben trägt etwas Besonderes zur Musik bei, Gerd Elsen mit seinem charmanten Bass, präzise, klare und punktgenaue Tönen von Theresia Zils, das rauhe, ungezähmte Wesen von Barbara Philipp und die rockigen Elemente von Didi Könen. Die Musik, die dabei entsteht, gleicht vielen einzelnen Wollfäden, die zusammenkommen und ein besonderes Band ergeben. Die Rhythmusgruppe setzt dabei Akzente und gibt den Rahmen vor.

Klaus Wahl erklärt: „Das Menschliche in dieser Gruppe ist faszinierend. Jeder geht auf den anderen zu, auch wenn man musikalisch meilenweit voneinander weg ist. Nur so geht es. Zudem sind alle motiviert ein spannendes Programm auf die Beine zu stellen und jeder ist bereit, sich persönlich zurückzunehmen, um den anderen den Vortritt zu lassen.“

Das Ensemble Schall und Rauch greift in seinem aktuellen Programm das  musikalische Echo der deutschen Wirtschaftswunderjahre auf.  . Foto: TV/Kath. Kirchengemeinde Maria Heimsuchung

An den Ideen für ein neues Programm arbeiten alle gemeinsam. Zu einem Treffen bringt jeder seine Ideen mit und Klaus Wahl setzt diese musikalisch um. Er sucht beispielsweise passende Titel aus, schreibt die Noten und probt mit den Sängern einzeln, in kleineren Gruppen oder mit allen gemeinsam. Die Zeit zum Proben ist insgesamt sehr knapp. Jeder muss viel zu Hause tun, einige studieren die Noten, andere singen im Auto mit und wieder andere können es spontan. In den Gesamtproben geht es schließlich um die musikalische Feinabstimmung. Wichtig ist allen, dass die Musiktitel nicht nur runtergespielt, sondern dass sie mit den gesellschaftlichen Hintergründen der jeweiligen Zeit, verbunden werden. Klaus Wahl sagt: „Beim Programm ‚made in Germany’, das die Wirtschaftswunderjahre geprägt hat, war gar nicht viel Germany drin, denn viele Sänger waren gar keine Deutsche. Peter Alexander war Österreicher, Catherina Valente Italienerin und Bill Ramsey Amerikaner.“ Weiter erklärt er: „Auch die Musik war nicht typisch Deutsch, es waren Jazz, Rock’n Roll und andere amerikanische Musikströmungen dabei.“ Das Ensemble zeigt bei seinen Auftritten, dass es gelingen kann, unterschiedliche Menschen und Stimmen zusammen noch viel besser klingen zu lassen. Wer sich davon überzeugen möchte, der hat dafür demnächst folgende Möglichkeiten: Am 25. Oktober 2019 in der Tufa, im nächsten Jahr am 2. Mai im Jugend- und Bürgerhaus Wengerohr oder am 10. Mai 2020 an Muttertag in Bopart.

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