Das Erlebte verarbeiten

Das Kinderheim und das Hostel in Schwerbach sind abgebrannt. Der finanzielle Schaden ist enorm: mehrere Hunderttausend Euro. Die Brandursache ist noch immer unklar.

Löcher im Dach und die Scheiben zersplittert: Das Ausmaß des Feuers im Kinderheim in Schwerbach sind erschütternd. Inwiefern das alte Gebäude saniert werden kann, muss ein Gutachten klären. Foto: Reiner Drumm

Schwerbach. (red) Der Großbrand in dem Schwerbacher Kinderheim ist gelöscht. Während die Übernachtungsgäste bereits abgereist sind, um ihre Maschinen auf dem Flugplatz Hahn pünktlich zu erreichen, wohnen die vier Kinder in einem Zehn-Mann-Zelt auf dem Campingplatz. Die Notunterkunft war in einem Nebengebäude gelagert, das die Feuerwehr retten konnte.

Zwar fuhren die Kinder noch am Freitag in die zweiwöchigen Sommerferien zu ihren Eltern, doch für die Betreuer war es wichtig, den Brand und das Erlebte gemeinsam zu verarbeiten. "Es ist sehr wichtig, dass es nicht verdrängt wird", sagte Siegfried Mahn, Psychotherapeut und Mitarbeiter des Vereins für Ökologie, Gesundheit, Erziehung und Kultur (Ögek) - dem Träger beider Einrichtungen.

Ein mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingelieferter Junge konnte schon am Donnerstag wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden, ein Feuerwehrmann war bereits nach einigen Stunden wieder zurück am Einsatzort. "Jetzt wird mit den Kindern zusammen die Grundversorgung organisiert", erklärt Adrian Mahn von Ögek. Alles, was diese besaßen, ist den Flammen zum Opfer gefallen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) versorgte die Kinder mit Kleidung - öffnete dafür die Kleiderkammer in Idar. "Außerdem haben wir dem Heimleiter Horst Görtgens einen Geldbetrag angeboten, sozusagen als Ersthilfe für Zahnbürsten und dergleichen", sagt Jürgen Blum, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. Auch der Landkreis Birkenfeld sicherte der Einrichtung seine Hilfe zu, auch wenn in dem Heim keine Kinder aus der Region untergebracht seien, so Hans-Jürgen Brünesholz, Dezernent für Jugend und Soziales bei der Kreisverwaltung.

Wie Siegfried Mahn mitteilt, habe sich die Heimleitung bereits mit den zuständigen Jugendämtern in Verbindung gesetzt. Über die Zukunft des Kinderheimes sowie des Hostels können die Mitglieder des Vereins jedoch keine konkreten Angaben machen: "In den kommenden 14 Tagen haben wir Zeit, uns Gedanken zu machen", so Mahn. Außerdem steht das Ergebnis der Untersuchungen der Kriminalpolizei zur Brandursache noch aus. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagt Ulrich Dröscher von der Kripo Idar-Oberstein. Das Landwirtschaftliche Untersuchungsamt teste sogar Heuproben auf Hitze erzeugende Bakterien. Zudem könnte ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst haben. Ein Gutachter des Landeskriminalamtes Mainz unterstützt die Arbeit der Kripo. Auch die Versicherung prüft den Fall. "Noch haben wir finanziell keinen Überblick", so Mahn.

Der Verein Ögek wurde 1989 gegründet. In Eigenleistung sanierten die Mitglieder die alten Scheunen, so dass auf dem Grundstück insgesamt mehr als 700 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung standen.