Das Fahrgeschäft für die Säubrenner

Das Fahrgeschäft für die Säubrenner

Junge, Junge, die Kirmes ist doch vorbei, und trotzdem haben die Schausteller in Wittlich noch eine tolle Jahrmarkt-Attraktion übrig gelassen: Die drei "Bungert-Kreisel". Da braucht man kein Knubbsauto mieten, da kann man mit dem eigenen Fahrzeug die Faszination der Kurvenfahrt erleben - inklusive unberechenbarer Mitspieler, äh Fahrer.

Es fehlt nur noch eine tolle Ansage: "Fahren Sie los, lassen Sie sich überraschen. Jetzt geht's los! Jjjjjaaaa eine neue SUUUUPERduuuuper Runde! Nicht für drei Euro, nicht für zwei Euro. Nein: Ganz umsonst - so viel Runden Sie wollen!" Ich kann den Mann am Mikrofon regelrecht hören, sehe schon die Neugierigen, die lässig am Fahrbahnrand herumlungern, sich an der Tankstelle was zum Trinken besorgen, das Spektakel beobachten und sich freuen, wenn sie endlich 18 sind, damit sie mitmachen dürfen. Dat Tollste ist ja, die bauen die Attraktion dauernd um, da bleibt es spannend, gibt es ständig neue Schikanen! Da deht der Kamikaze-Opa auf den Bypass ab, um Nachfolger abzuhängen und sich brutal auf der Gegenspur in falscher Fahrtrichtung den Sieg im Zeitfahren zu sichern. Wer wagt sich endlich auf die halbe Todesspirale, den Bypass von der Friedrichstraße zur B 49? Es heißt, der sieht harmlos aus, verschluckt aber angeblich Autos, jedenfalls traut sich keiner da lang. Dann schon lieber Salto in der Horizontalen: Ausscheren von Kreisel zu Bypass, da (schießt das Adrenalin in die Adern. Am dramatischsten ist die Attraktion allein, ohne Co-Pilot, der dauernd glaubt, man müsse die Sache ganz anders angehen und einem spontan das Steuer rumreißt. Allein im doppelten Kreisel-Labyrinth, das ist echtes Achterbahn-Feeling: Links rum, schnell wieder rechts, uupps, schon ist man auf der geraden Teilstrecke und steht vor dem Tor der Nimmerimmerwiederkehr. Wer will kann von Kreisel drei (den wollen die angeblich wieder abbauen) zurück in die Karussellgeisterbahn. Stundenlang kann man da rumkurven, da bekommt man Blickkontakte! Na gut, ein bisschen Beleuchtung fehlt, so wie es sich für ein Fahrgeschäft auf der Kirmes gehört. Aber da mussten die Wittlicher ja wieder mal sparen: Die ganzen bunten Lichter haben sie jedenfalls abgebaut. Okay, grün, gelb, rot sind nicht hipp, aber die Birnen hätte man doch austauschen können. Bis dann, Euer

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