Das große Fest schweißt das Dorf zusammen

Das große Fest schweißt das Dorf zusammen

Großes Fest, große Resonanz: Die 1000-Jahr-Feier in Gillenfeld hat viele Besucher in die Pulvermaargemeinde gelockt. Zum besonderen Anlass war auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann gekommen.

Gillenfeld. Die Gillenfelder, Vulkaneifelkreis, können sich in diesem Jahr wirklich nicht beklagen, dass der Trierer Bischof sie nicht oft genug besuchen würde. Im Januar war Stephan Ackermann schon da, und nun aus besonderem Anlass zum zweiten Mal.
Denn im Ort wird ganz groß gefeiert: 1000 Jahre Gillenfeld. Der geschichtliche Hintergrund: Am 17. Oktober 1016 erlaubte Kaiser Heinrich II. dem Florinsstift in Koblenz, zu ‚Gillivelt‘ das Markt-, Münz- und Zollrecht auszuüben. Wobei Gillenfeld sicher viel älter ist, was Funde beispielsweise aus römischer Zeit belegen. Es ist also mehr als ein Jahrtausend bewegte und bewegende Geschichte, auf die das 1450-Einwohner-Dorf in der Verbandsgemeinde Daun zurückblicken kann. Einen Eindruck davon bekommen die Besucher: Auf der Festmeile haben Kelten und Römer ihr Lager aufgeschlagen, aber auch an die französische Besatzung von 1794 bis 1814 wird erinnert.Zukunft mitgestalten


Zudem gibt es viele Stationen, wo altes Handwerk gezeigt wird, von den Waschfrauen bis zum Sensen-Dengler. Mit dem Blick zurück allein begnügen sich die Gillenfelder aber nicht, darauf verweist der Schirmherr der 1000-Jahr-Feier, der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder. "Sie stellen sich den Herausforderungen des demografischen Wandels, Sie wollen Zukunft mitgestalten", sagt er mit Blick auf den Florinshof, ein barrierefreies Wohnprojekt mit 13 Wohnungen in der Ortsmitte. Für das Vorhaben, das mittlerweile bundesweit für Aufmerksamkeit sorgt, wird am ersten Festtag der Grundstein gelegt. Bischof Ackermann nimmt sich viel Zeit für seinen erneuten Besuch in Gillenfeld. Er zelebriert den Festgottesdienst, in dessen Verlauf er sich über ein besonderes Geschenk freut: Er bekommt eine Kiste Pulvermaarbier, das eigens für das Festjahr 2016 gebraut worden ist. Er geht mit im Festumzug, der zum Feuerwehrhaus führt. Dort segnet der Bischof das neue Rettungsboot der Feuerwehr Gillenfeld.
Ortsbürgermeister Karl-Heinz Schlifter ist am zweiten Festtag im historischen Gewand unterwegs, das er bereits am Freitag getragen hat.Gelage für die Einheimischen

Gute Laune am Festsonntag, wo man hinschaut – ob bei den Waschfrauen, die ihr Können auf dem Festplatz demonstrieren (linkes Bild), oder beim Festumzug mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann (rechtes Bild, rechts). TV-Fotos (2): Klaus Kimmling. Foto: Klaus Kimmling (e_daun )


Bei der Tafeley, ein mittelalterliches Gelage nur für Einheimische. "Mit fast 200 Gästen ein toller Abend auf dem Marktplatz", berichtet Schlifter. Auch am Samstag sei viel los gewesen, trotz der hohen Temperaturen. Darüber, dass es am Sonntag länger bewölkt und es entsprechend kühler ist, ist er nicht böse. "Wir können uns echt glücklich schätzen, dass das Wetter so super mitgespielt hat." Denn schließlich stecken gut drei Jahre Vorbereitungen in der 1000-Jahr-Feier, da mochte sich keiner vorstellen, wie die Resonanz an einem verregneten Wochenende ausgefallen wäre. Viele Bürger hätten sich über den langen Zeitraum eingebracht, lobt der Bürgermeister. "Allein am Festwochenende waren gut 500 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Eine ganz tolle Leistung, die hier an den Tag gelegt worden ist."
Angesichts des großen Engagements sei ihm nicht bange vor der Zukunft. Die Vorbereitungen "haben Schwung in den Ort gebracht, die große Herausforderung hat das Dorf echt zusammengeschweißt", sagt ein stolzer Ortsbürgermeister.
Neben Gillenfeld hat es im Kreis Vulkaneifel in diesem Jahr bereits 1000-Jahr-Feiern in Weidenbach und Oberstadtfeld gegeben. Fehlt nur noch ein Ort: Niederstadtfeld. Dort wird der Dorfgeburtstag am 1. und 2. Oktober groß gefeiert. sts

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