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Das große Kröver Oldie-Traktoren-Treffen findet in diesem Jahr nicht statt

Freizeit : Tolle Atmosphäre, fantastische Landschaft - Kröver Oldie-Traktoren-Treffen fällt aus

30 Jahre nach seiner Premiere fällt das Kröver Oldie-Traktoren-Treffen mit zuletzt um die 1000 Fahrzeugen coronabedingt aus. Es ist  eines der größten in Rheinland-Pfalz.

Die Stimmung in der kleinen Runde ist gut. Schließlich geht es um ihr Herzensthema: das Kröver Oldtimertreffen für Traktoren und Bulldogs. Die Brüder Achim und Siggi Schneiders organisieren es, unterstützt von Ulf Beth und Paul Krötz, seit 1990. Und Michael In het Panhuis war schon damals mit „Trekker“-Freunden aus der Nähe von Duisburg dabei. Seither verpasste er nur einmal den Termin der seit 1994 alle zwei Jahre ausgerichteten Treffen – wegen der Hochzeit seines Sohnes am 18.08.2018. Die Corona-Pandemie zwingt ihm nun eine zweite Auszeit auf: Das 30 Jahre nach der Premiere vom 14. bis 16. August geplante 17. Treffen ist abgesagt.

Immerhin handele es sich um „eines der größten Oldtimer-Traktoren-Treffen in Rheinland-Pfalz“, betonen Achim und Siggi. Vor allem ihnen ist es zu danken, dass sich alle zwei Jahre um die 1000 Oldie-Traktoren auf den Weg machen zu den Oldtimer-Freunden Kröv. Und die bedanken sich dafür bei jedem Teilnehmer mit einer Magnum-Flasche Wein, einer Sonderabfüllung der weltberühmten Lage Kröver Nacktarsch. Denn für viele Anreisende aus ganz Deutschland wie aus europäischen Nachbarländern ist es Ehrensache, mit ihren Oldies „per Achse“, also in aller Ruhe über Landstraßen, nach Kröv zu tuckern.

Zum ersten Treffen seien sie zwar von Hennef aus gestartet, sodass sie schon fast auf halbem Weg zur Mosel waren, erzählt Michael In het Panhuis. Aber dennoch brauchten sie bis Kröv noch „zwei Tages-Etappen á 80 Kilometer“. Denn Trecker und angehängte Wohnwagen waren mit Spitzengeschwindigkeiten von 20 Stundenkilometern unterwegs. Dennoch bot sich die weite Tour im Anschluss an eine Veranstaltung in Hennef an. Denn das Kröver Treffen war über den Feiertag Christi Himmelfahrt, 1990 am 24. Mai, und am nachfolgenden Pfingstwochenende hatten sie einen Tag mehr für die Rückfahrt.

Achim und Siggi warben damals bundesweit für das ursprünglich nur einmal geplante Treffen. Die Traktoren sollten freie Plätze einer größeren landwirtschaftlichen Ausstellung des Bauern- und Winzerverbandes füllen. Auf Drängen von Trecker-Freunden wie Michael In het Panhuis wurden es dann doch regelmäßige Treffen. Ab 1991 aber bereits am heutigen Termin, dem dritten August-Wochenende, und 1992 schon mit 240 Teilnehmern – darunter seit 1991 Oldie-Freunde aus Ramrath. Nach einem tatsächlich einmaligen LKW-Treffen in 1993 finden die Traktor-Treffen nur noch alle zwei Jahre statt. Von der Idee jährlich wechselnder Angebote verabschiedeten sich die von um die 150 engagierten Helfern wie aus den Ortsvereinen unterstützten Organisatoren angesichts des immensen Platzbedarfs für Dutzende Lastwagen mit Anhängern.

Michael In het Panhuis schätzt an den Treffen nicht nur die Atmosphäre oder die Stimmung bei den Festumzügen. Die Kröver hätten ihnen von Anfang an einen tollen Empfang bereitet und im Ratskeller etliche Flaschen Wein für sie entkorkt: „Man fühlte sich gut aufgehoben in einem familiären Rahmen.“ Abgesehen davon ist er bis heute begeistert von der Landschaft und den faszinierenden Ausblicken ins Moseltal. Viele Teilnehmer und Zuschauer aus Schleswig-Holstein wie vom Bodensee – vor allem aber vom Niederrhein – seien heute „Moselfans“, freuen sich die Organisatoren. Denn genau das sei von Anfang ihr Bestreben gewesen, erklärt Achim Schneiders, dem als Schatzmeister des Bundesverbandes Historische Landtechnik Deutschland viele weitere Kontakte zu danken sind.

Was Gastgeber und Gäste verbindet, ist ihre Begeisterung für Traktoren. So reist etwa In het Panhuis mit anderen Modellen und auch mal per Unimog oder LKW zum Treffen an. Eines seiner Lieblingsstücke ist ein Schlüter-Traktor, Baujahr 1953. Ähnlich stolz ist Achim Schneiders auf seinen Hanomag, Baujahr 1960, und einen in den 1950er Jahren gebauten und von seinem Sohn liebevoll restaurierten Deutz. Siggi Schneiders ist sogar stolzer Eigentümer einer echten Rarität, eines 1936 in Hagen gebauten „Grams“, einer Urform des Unimog. Interessierte können das Fahrzeug im Zylinderhaus-Museum bewundern. Dort steht auch ein seltener 3-Gang-11er Deutz, Baujahr 1941, aus Kröv.