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Das Haus Nepomuk in Salmtal hat Guido Eifel vor dem Verfall bewahrt

Heimat : Wohnen mit eigenem Schutzpatron an der Ecke

In der Serie „Verliebt in alte Steine“ stellen wir heute das Haus Nepomuk in Salmtal (Landkreis Bernkastel-Wittlich) vor. Guido Eifel hat es mit viel Eigenleistung und Unterstützung seines Architekten und Schulfreunds Uli Herres vor dem Verfall bewahrt.

„Guido, was tust du dir da an?“, das war eine der Reaktionen, die Guido Eifel bekommen hat, als er von den Plänen erzählte, das Haus seiner Oma an der Haupt­straße in Salmtals Ortsteil Salmrohr zu renovieren. Er erklärt: „Viele haben gemeint, dass es eine Menge Arbeit und böse Überraschungen geben würde, es zu nah an der Straße stünde und andere Bedenken. Aber davon habe ich mich nicht irritieren lassen und angefangen.“

Das war auch nötig, denn der Verfall des ehemaligen Klein­bauern­betriebs mit Schmiede war bereits im Gang. Die Stalldecke war eingestürzt und das Dach undicht. Man hätte es abreißen und zwei Doppelgaragen an die Stelle bauen können, wofür es ebenfalls schon Ideen gab. Dazu sagt Guido Eifel: „Dadurch, dass das Haus im Besitz meiner Familie war, habe ich dazu eine besondere Bindung. Ich finde, dass neu bauen jeder kann. Aber es wird einfach schon genug abgerissen, und ich habe es als Heraus­forderung gesehen.“ Die brauchte er aber nicht allein zu meistern. Eifel hatte mit seinem Schulfreund Uli Herres, der auch Architekt ist und sein Büro fast gegenüber hat, einen fachlichen Ansprechpartner, der selbst mitanpackte.

Wichtig war den beiden etwa, dass regionale, natürliche Baustoffe und alte Techniken zum Einsatz kamen. So haben sie beispielsweise selbst verputzt. Aber nicht mit fertiger Sack­ware aus dem Bau­markt, sondern mit Sand aus Doden­burg bei Wittlich und Stück­kalk aus Üx­heim (Landkreis Vulkaneifel). Das haben sie auf der Baustelle eingesumpft, eine Woche stehen lassen und als Außenputz verwendet. Die Farbe haben die beiden aus weißem Fein­kalk hergestellt, der ebenfalls viel Zeit brauchte und mit Mager­quark vermischt wurde. Das Milch­produkt wirkt dabei als Binde­mittel. „In zwei Samstagen war das Haus verputzt“, erinnern sie sich stolz. Bis auf Elektro-, Dach- und Heizungs­arbeiten hat Guido Eifel alles selbst gemacht. Dabei musste erst einmal einiges zurückgebaut werden. Denn in den 1960er Jahren wurde viel verändert. Die Sandstein­gewände, die Türen, ein Wandschrank und der Dach­stuhl konnten erhalten werden und andere Dinge wurden wiederverwendet. Die einfach verglasten Fenster hat er von einem Schreiner aufarbeiten lassen. Der Boden ist aus 25 Millimeter dicken Eifeler Eichenbrettern, die gehobelt, gefräst und ge­ölt worden sind.

In der Grundstruktur ist das Gebäude erhalten geblieben. Das alles merkt man bei der Wohnqualität. „Guido, was ist es hier aber gemütlich“, ist die Reaktion vieler Besucher. Gerne sitzt er auf seiner Terrasse, in der Küche mit Freunden oder in der offenen Scheune und schaut sich die Decken­balken an. Positiv überraschte ihn das Haus, weil es keine Risse hat, denn es hat weder Funda­ment noch Ab­dichtung. „Und dennoch steht es und zwar seit mindestens 1750“, sagt er stolz.

Eine sehr auffällige Besonderheit gibt es an einer Haus­ecke. Dort steht in einer Aussparung der Brückenheilige Nepomuk, der dem Haus den Namen gibt. „Mein Ur­opa hat als Schmied im Kloster in Klausen gearbeitet und die Figur dort bekommen“, berichtet Eifel. Den Schritt, das Gebäude zu renovieren, hat er nicht bereut. „Es ist für mich sinnvoll, ein altes Haus zu renovieren, denn so bleibt der Charakter eines Ortes und der Region erhalten.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Verliebt in alte Steine Haus Nepomuk in Salmtal