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Das Heimatmuseum Manderscheid hat momentan für angemeldete Führungen geöffnet.

Vereine : Manderscheider Burgen: Neue Exponate, neue Probleme

Das Heimatmuseum Manderscheid hat momentan für angemeldete Führungen geöffnet. Der Förderverein ist ebenfalls aktiv und kümmert sich um neue Exponate. Probleme gibt es trotzdem zu lösen.

Ein imposanter Bronzekopf, der auf den ersten Blick ein wenig an Konrad Adenauer, den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik erinnert, ist eines der neuen Ausstellungsstücke, die das Heimatmuseum als Leihgabe bekommen hat. Es handelt sich dabei aber um eine Bronzeplastik von Kurt-Wolf von Borries, die den Hotelier Zens aus Manderscheid darstellt. Dazu hat die Familie Zens historische Gästebücher zur Verfügung gestellt, in denen sich unter anderem Kronprinz Oskar von Preußen, einer der Söhne von Kaiser Wilhelm II., und die Baroness von Schorlemmer eingetragen haben.

Viele solcher kleinen Schätze kann man dort entdecken. Die Geschichte der Grafen und der Stadt, die durch ihre Lage zwischen Kurtrier und Luxemburg geprägt ist, kann man nachvollziehen. Ein altes Schulzimmer, eine historische Küche, eine landwirtschaftliche Abteilung, eine kleine Apotheke, eine Schuhmacherwerkstatt und einem Bauerngarten sind zu besichtigen. Momentan können wegen der Pandemie aber nur Führungen mit fünf Personen nach Anmeldung das Museum besuchen. Das ist für die Mitglieder des Fördervereins, die in diesem Jahr viel vorhatten, sehr schade.

Hans-Jürgen Neuhaus, Fördervereinsmitglied sagt: „Wir konnten für den normalen Besucherverkehr die Corona-Regeln nicht einhalten. Dafür sind die Räume zu klein, und wir können Begegnungsverkehr nicht ausschließen.“ Doch das hält das Team, das sich jeden Mittwochvormittag trifft, um sich um das Museum und Veranstaltungen in den Räumen kümmert, nicht davon ab, aktiv zu sein. Vor einigen Wochen hat sich beispielsweise eine Dame aus Mainz gemeldet, die noch ein Ölgemälde der Manderscheider Burgen zu Hause hatte und es gerne wieder nach Manderscheid geben wollte. Hans-Jürgen Neuhaus erklärt: „Die Mutter der Dame stammt aus Kinheim. Ihr hat das Bild gehört. Die Mainzer Frau hat es geerbt, konnte aber nicht so richtig was damit anfangen. Sie hat es sogar selbst vorbeigebracht.“ Hans Stölben, der ebenfalls beim Förderverein mit dabei ist, meint: „Hier wird das Werk des Malers Kaspari aus 1953 einen Platz finden. Sie hätte es auch einfach dem Sperrmüll geben können.“ Neu ausgestellt ist zudem ein Holzgrabstein, der viele Jahre in einem Haus in Eckfeld als Türsturz gedient hat. „Dort ist sogar ein Spruch aus dem Buch der Weisheit eingeschnitzt“, weiß Erich Pantenburg.

Schade finden die Herren, dass in diesem Jahr Vorträge, beispielsweise über die Pflanzenwelt der Vulkaneifel, die Mundartabende und die Stammtische, ausgefallen sind. „Wir hätten die Möglichkeit gehabt, die Termine im Kurhaus zu machen, aber dort ist eine andere Atmosphäre, deshalb wollten wir das nicht“, so Erich Pantenburg. Neben den Tätigkeiten im Verein engagiert sich der Förderverein auch in der Stadt. Um an den ersten Fliegerangriff auf Manderscheid im Zweiten Weltkrieg zu Erinnern hat die Gruppe die „Wegelagerer“ (Der TV berichtete) ein Steinkreuz mit Sockel aus dem Jahr 1783 aufgestellt, dass der Förderverein finanziell unterstützt hat.

An Ostern im kommendem Jahr will der Förderverein das Museum wieder für die Allgemeinheit öffnen. Bis dahin muss aber geklärt werden, wie die Besucher ins Museum kommen.

Aktuell ist der Eingang durch das ehemalige Geschäft des Silberschmieds, der auch den Eintritt kassiert hat, wegen Geschäftsaufgabe nicht möglich. Genügend eigenes Personal, das während den Öffnungszeiten vor Ort ist, hat der Förderverein nicht. „Da arbeiten wir an einer Lösung und wir sind zuversichtlich, eine zu finden“, so die Herren.

Anmeldung zum Museumsbesuch mit bis zu fünf Personen bei Hans- Jürgen Neuhaus, Telefon 06572/4174.