Das ist die neue Stadtweinkönigin von Traben-Trarbach

Tradition : Das ist die neue Stadtweinkönigin von Traben-Trarbach

Das Geheimnis, welche junge Frau in Traben-Trarbach für ein Jahr die Krone trägt, wird am Sonntag gelüftet.

Die Amtszeit der Traben-Trarbacher Stadtweinkönigin Sarah Paloma Pull neigt sich dem Ende zu. Wer ihre Nachfolgerin wird, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Es wird am kommenden Sonntag, 28. Juli, 11.30 Uhr, anlässlich des Trabener Schröterfestes gelüftet. Ob das aufgeweckte kleine Mädchen auf unserem Foto damals bereits davon geträumt hat, einmal die Traben-Trarbacher Weinkrone tragen zu dürfen? Wie sie heute wohl aussieht? So gut wie niemand in der Stadt weiß, wer die neue Stadtweinkönigin ist.

In diesem Jahr findet das viertägige Fest, Jakobstag genannt, von Freitag, 26. Juli, bis Montag, 29. Juli, statt. Der Festplatz ist auf der Trabener Seite am großen Parkplatz an der Mosel vor dem Hotel Anker. Bevor die neue Stadtweinkönigin am Sonntag gekrönt wird, gibt es einen kleinen Umzug ab Weihertorplatz in Trarbach mit dem Musikverein Traben-Trarbach und der noch amtierenden Stadtweinkönigin Sarah-Paloma I. zum Festplatz. Das vollständige Festprogramm ist zu sehen auf der Internetseite www.stadtschroeter.de.

Der Verein „Zunft der Stadtschröter Traben-Trarbach“ wird im kommenden Jahr 60 Jahre alt. Er will zünftiges und moselländisches Brauchtum pflegen und erhalten. Der Verein erinnert an den Beruf des Schröters. Aufgabe der Schröter war es, die vollen, oft 26 Zentner schweren Fässer die engen und steilen Treppen der Weinkeller heraufzuschroten und auf Fuhrwerke und Schiffe zu verladen.

Das „Schroten“ – das Wort kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet schleifen und ziehen – ging folgendermaßen vor sich: Zunächst wurden die zu schrotenden Fässer und der Weinkeller eingehend besichtigt. Die acht bis neun Mann starke Schrotmannschaft sah sich im Keller um und diskutierte wichtige Einzelheiten wie etwa Gangbreite, Bodenunterschiede, die Beschaffenheit der Kellertreppe und den Zustand des Fasses. Mit einem kräftigen Schluck des Weines schätzten die Schröter den Wert des kostbaren Gutes, denn sie hatten beim Schroten die volle Verantwortung für das gefüllte Fass und mussten es, sollte es zu Bruch gehen, ersetzen.

Mit dem feierlich gesprochenen Satz „Es wird geschroten“ wurde die Risikoübernahme besiegelt und nach einem kurzen Gebet mit dem eigentlichen Schrotvorgang begonnen. Man legte eine Schrotleiter über die Kellertreppe. Anschließend wurde die Leiter mit Fett eingerieben und das volle Fass wurde längs auf die Leiter bewegt.

Vor dem Kellereingang stand eine Haspel mit zwei dicken Hanfseilen an deren Enden je eine Klaue befestigt war. Die beiden Klauen wurden an dem Fassboden rechts und links eingehakt. Nun begannen die Schröter oben am Kellereingang die Haspel in Bewegung zu setzen und das Fass wurde langsam nach oben gezogen.

Wenn das Transportfass aus dem Keller gehievt war, rollte man es auf einen Rollwagen oder ein Fuhrwerk. Im 19. Jahrhundert wurde mit der Erfindung der Weinpumpe das Schroten und damit der Beruf des Schröters überflüssig.

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