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Das ist Plan B: Wittlich will jetzt doch Stadthaus kaufen

Das ist Plan B: Wittlich will jetzt doch Stadthaus kaufen

Was kostet die Welt in Wittlich im neuen Jahr? Alles, was mit der Stadtverwaltung zu tun hat, findet sich auf 266 Seiten: dem Haushaltsplanentwurf. Beschlossen ist der noch nicht, aber in der Regel hat vieles darin auch nach den Debatten in Ausschüssen und im Stadtrat Bestand. Demnach steht der Kauf des Stadthauses an.

Wittlich. Für enormen Wirbel hat das Nein des Landes zum Neubau eines Rathauses in diesem Jahr gesorgt. Für keinerlei Aufsehen sorgt der nunmehr geplante Kauf des Stadthauses, das die Verwaltung seit 1996 gemietet hat.
Kein Wort dazu von Politik und Verwaltung. Im 14-seitigen Vorbericht zum Haushaltsplanentwurf 2013 wird diese anstehende Investition, obgleich sie die höchste ist, nicht genannt. Genannt werden lediglich zwei weitere Großvorhaben: der Ausbau des Parkplatzes Oberstadt (1,2 Millionen Euro) und die Generalsanierung und Erweiterung der Kita Jahnplatz für 3,25 Millionen Euro (der TV berichtete).
Bei den Planansätzen für die insgesamt 13,8 Millionen Euro, die die Stadt im kommenden Jahr investieren will, kann der Immobilienkauf aber nicht unter den Tisch fallen. Dort sind denn auch 4,2 Millionen Euro für 2013 und eine weitere Million für 2014 gelistet: für den Kauf/Umbau des Verwaltungsgebäudes inklusive Nebenkosten. Erwartet wird dazu eine finanzielle Beteiligung der ebenfalls im Stadthaus untergebrachten Stadtwerke von 420 000 Euro und in zwei Jahren ein Landeszuschuss von 670 000 Euro. Da ab 2014 zudem ein Wegfall der bisherigen Mietzahlungen von 340 000 Euro ausgerechnet wird, dafür aber 200 000 Euro Mieteinnahmen auf der Habenseite verbucht werden, scheint das Projekt Kauf des Stadthauses zumindest im Zahlenwerk Haushalt ein konkretes Projekt zu sein.
Öffentlich informiert hat über diesen Schritt hin zu einem tatsächlichen Plan B nach dem gescheiterten Neubauvorhaben bislang keiner. Womöglich ist das in der Haushaltssitzung in drei Wochen dann ein Thema, über das die Stadträte und die Verwaltungsspitze sprechen.
Weitere Projekte, die die Millionen-Euro-Grenze überschreiten, stehen neben Kita-Bau und Parkplatzgestaltung nicht in der Übersicht über alle geplanten Investitionen, die unterm Stich eine Summe von 13,8 Millionen Euro ausmachen. Zieht man davon die erwarteten Zuschüsse ab, bleibt ein Minus von 9,5 Millionen Euro. Dieser Betrag wäre voll über Investitionskredite zu finanzieren.
Insgesamt wird ein Minus von 1,17 Millionen Euro für das kommende Jahr erwartet. Damit gilt der Haushalt wegen der Vorjahresergebnisse noch als ausgeglichen.