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Das Jagdrevier Haag ist seit eineinhalb Jahren nicht vergeben.

Revier in Morbach seit eineinhalb Jahren verwaist : Auf der Suche nach einem Pächter

Das Jagdrevier Haag ist seit eineinhalb Jahren nicht vergeben. Das kostet die Gemeinde Morbach einiges an Geld.

Wo ein Wald ist, ist Wild. Und wo sich Wild aufhält, gibt es Schäden. Denn Wildschweine, Rehe und Hirsche verursachen diese sowohl in der Landwirtschaft als auch im Forst, weil sie sowohl junge Bäume abknabbern, als auch landwirtschaftliche Felder teilweise erheblich verwüsten können. In Haag ist dies derzeit ein Thema. Denn dort ist der Jagdbezirk verwaist, nachdem der bisherige Jagdpächter vor rund eineinhalb Jahren gestorben ist.

Interessenten für das 810 Hektar große Revier gibt es offensichtlich. Doch diese beklagen, dass sie nicht zum Zuge kommen, sagt ein Jäger, der namentlich nicht in der Zeitung genannt werden will. Er hat bei der Gemeindeverwaltung Morbach Interesse angemeldet, habe aber bisher keine Antwort erhalten. Dabei ist das Revier für die Gemeinde durchaus lukrativ. Nach Auskünften des Interessenten, der zum verstorbenen Jagdpächter Kontakt hatte, habe die jährliche Pacht für das Revier Haag bisher bei 15 000 Euro gelegen.

Hinzu seien die Wildschäden gekommen, die jährlich zwischen 15 000 und 20 000 Euro gelegen hätten und die jetzt die Jagdgenossenschaft begleichen müsse. Die Gemeinde Morbach bezahle derzeit eine Person, die das Revier regelmäßig bejagt. Und als weitere Kosten falle eine Waldschadenpauschale in unbekannter Höhe an sowie die Jagdsteuer, die an den Kreis zu entrichten ist.

Der Landwirt Kunibert Schmitt, der in Haag Schafe hält, sagt, dass der Wildschaden auf seinen Flächen in der Höhe jährlich zwischen 1000 und 6000 Euro schwanke. Auch die Fußballplätze des SV Haag sind vor wenigen Wochen von Wildschweinen heimgesucht worden, allerdings ohne nennenswerte Schäden zu verursachen, sagt Platzwart Willi Martini. „Der Boden ist wegen der Trockenheit zu hart, da sind sie nicht reingekommen“, sagt er.

Was sagt die Gemeinde Morbach zum derzeit nicht vergebenen Jagdrevier Haag? Bürgermeister Andreas Hackethal, der auch Vorsitzender der Jagdgenossenschaft ist, will sich zur Höhe der Jagdpacht und der Pauschale zur Wildschadensverhütung nicht äußern, da diese Bestandteile vertraglicher Regelungen seien. Die Wildschäden würden von der Jagdgenossenschaft übernommen, seien aber durch eine „waidmännische Bewirtschaftung überschaubar“ gehalten worden, sagt er. Natürlich suche die Gemeinde einen neuen Jagdpächter. Man habe mit „sehr vielen“ Personen Gespräche zur Übernahme des bestehenden Jagdpachtvertrages geführt. Da diese Gespräche aber nicht zum Erfolg geführt hätten, sei der Jagdbogen im August öffentlich ausgeschrieben worden. Dies sei in den gemeindlichen Gremien so auch angekündigt worden.

Hackethal sagt, er lege großen Wert darauf, Partner als Pächter zu finden, die einerseits ihr Handwerk waidmännisch umsetzen und andererseits an einer langfristigen Entwicklung im Jagdbogen interessiert seien. „Insofern sollte es grundsätzlich immer darum gehen, lieber Zeit in die Pächtersuche zu investieren, um die genannten Grundsätze und Philosophien umzusetzen, als mit kurzfristigen „Schnellschüssen“ einen Vertrag abzuschließen, der sich im Nachhinein als problematisch herausstellt“, sagt er.

Das Jagdrecht sei in besonderem Maße auf ein partnerschaftliches Miteinander zwischen Jäger, Landwirt und Jagdgenossenschaft angewiesen.

Hackethal betont, es liege in der Hand der Jagdgenossenschaft, wie sie ihre Partner sucht. Dies könne durch öffentliche Ausschreibung, freihändige Vergabe oder Verlängerung des bestehenden Pachtverhältnisses erfolgen. Eine Pflicht zur Ausschreibung bestehe nicht.