Das kommt alle teuer zu stehen

WITTLICH. Sie zerstechen Autoreifen, reißen Blumen aus Beeten und Kübeln, schlagen Scheiben ein und mehr: Auch in Wittlich ist Vandalismus ein Thema. Rund 70 Sachbeschädigungen wurden bei der Polizei im ersten Halbjahr 2006 angezeigt. Für die Beseitigung der Schäden an öffentlichen Gebäuden und Plätzen gibt die Stadt jedes Jahr rund 5000 Euro aus.

Zerstörungswut kennt keine Grenzen, und so zeigt sich Vandalismus auf vielfältige Weise. Ende April fiel etwa in Gladbach auf, dass zwei alte Sandstein-Wegekreuze ihrer Jesusfigur beraubt worden waren (der TV berichtete). 100 bis 200 Euro wird es die Gemeinde kosten, den Schaden zu beheben. Nicht viel. Vielleicht nicht viel genug. Denn so geht es mit den meisten Vandalismus-Schäden. Jeder einzelne schlägt nicht gravierend zu Buche, und so werden Zerstörungs-Aktionen dieser Art oft einfach hingenommen. Aber: Kleinvieh macht auch Mist. Höhepunkt für dieses Jahr war in Wittlich eine einzige Mainacht, in der Zerstörungswütige so zugeschlagen haben, dass der Stadt gleich Kosten in Höhe von 850 Euro entstanden sind (der TV berichtete). Und dabei hört sich keines der Delikte dieser Nacht - umgeknickte Verkehrszeichen, gestohlene Abtrenngitter, eine umgeworfene Absperrbake und eingeschlagene Scheiben - sehr spektakulär an. "Wir geben durchschnittlich 5000 Euro jedes Jahr aus, um solche Schäden wieder zu beseitigen", sagt Ulrich Jacoby, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Positiv aber: In den vergangenen Jahren sind die Kosten für die Beseitigung von Vandalismusschäden zumindest nicht gestiegen. Und: "Die Aktionen gegen unsere Innenstadtbepflanzung halten sich bisher in Grenzen", sagt Jacoby. Keine Selbstverständlichkeit: Im vergangenen Jahr wurden häufiger liebevoll arrangierte Pflanzen aus Beeten und Kübeln gerissen, die die Stadt dann wieder ersetzen musste. Hinzu kommen natürlich noch die Kosten für die städtischen Mitarbeiter, die sich um die Bepflanzung kümmern.580 Euro Schaden nach "Blumen-Attentat"

Was für die einen vielleicht ein kleiner Spaß im Vorbeigehen ist, ist für die Stadt ein kostspieliges Ärgernis: Rund 1800 Euro investiert Wittlich jedes Jahr in die Bepflanzung von Kübeln, Beeten und Inseln in der Innenstadt. Rupft jemand die Primeln und Narzissen einfach aus, trampelt achtlos über ein Beet oder zerstört das blumige Arrangement sonst in irgendeiner Weise - wie etwa vor zwei Jahren, als Blumen-Rowdies durch die Stadt zogen - wird es teuer für alle. Denn die Beseitigung der Vandalismus-Schäden wird von Steuergeldern bezahlt. Allein 560 Euro würden beispielsweise zu Buche schlagen, wenn die Blumenpyramide auf dem Marktplatz und die Kübel in der Neustraße neu bepflanzt werden müssen. So ist zu verstehen, warum die Stadt sich glücklich schätzt, dass sich bisher die Attentate gegen Primeln, Narzissen und Co. in Grenzen halten. Mit Graffities hat Wittlich kaum Probleme. Öffentliche Gebäude sind nach Angaben der Stadtverwaltung selten betroffen. Aber wenn, dann geht's den "Künstlern" an den Kragen: "Bei Wandschmierereien gehen wir rigoros vor und erstatten sofort Strafanzeige", sagt Jacoby. Gleiches gelte für andere Vandalismus-Schäden. Zudem sei es wichtig, die meist unansehnlichen Überreste solcher Zerstörungs-Aktionen schnell zu beseitigen und wieder alles hübsch herzurichten. Denn, so Jacoby: "Müll und Zerstörung ziehen Müll und Zerstörung an." Hinweise zu Vandalismus und Sachbeschädigungen nimmt die Polizei Wittlich, Telefon 06571/926-0, entgegen.

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