Das Kreuz mit dem Müll

BERNKASTEL-WITTLICH. Kommt der Müll nun in den Gelben Sack, ins Altpapier oder in den Sperrmüll? Entsorgung gleicht zuweilen einer Wissenschaft. Der TV fragte bei der Kreisverwaltung nach, wo am häufigsten Fehler bei der Müllentsorgung gemacht werden.

Sperrmülltag in Wittlich: Für viele Schnäppchenjäger ein fester Termin, für manche Anwohner ein Ärgernis, denn teilweise sind in der Kreisstadt ganze Gehwege voll Müll gestellt. Dies besonders dann, wenn am gleichen Tag auch Altpapier und Gelbe Säcke eingesammelt werden. Der Leiter des Fachbereiches Abfallentsorgung bei der Kreisverwaltung, Hans-Georg Simon, erklärt dazu: "Grundsätzlich soll die Sperrmüllabfuhr und die Abfuhr von gelben Säcken und Altpapier insbesondere im städtischen Bereich an unterschiedlichen Tagen erfolgen." Aus Versehen sei dieser Grundsatz in zwei Abfuhrbezirken der Stadt verletzt worden. Aufgeplatzte Säcke, herumfliegendes Papier

Aber nicht nur eine Kollision von mehreren Abfuhrterminen führe zu unschönen Anblicken im Stadtgebiet. Auch ein unsachgemäßer Umgang mit dem Abfall sei ein Ärgernis für viele. "Es gibt immer wieder Probleme mit aufgeplatzten Säcken und herumfliegendem Papier vor allem in der Stadt", so Simon. In Wittlich finde deshalb montags grundsätzlich keine Müllabfuhr statt, damit der Abfall nicht das ganze Wochenende über auf der Straße stehe und beispielsweise als Fußball benutzt werde. Ein weiteres Problem sind laut Simon die Gelben Säcke, die wegen Falschbefüllung nicht entsorgt würden, um die sich anschließend aber auch niemand kümmere. Simon: "Zum Teil besteht bei der Bevölkerung die Ansicht, dass mit dem Gelben Sack Plastik eingesammelt wird." Das sei falsch. Richtig sei hingegen, dass die Gelben Säcke nur mit Verpackungsmaterial vom Grünen Punkt befüllt werden dürften. Wenn die Mitarbeiter der Entsorgungsfirma Gegenstände in den Säcken entdecken, die dort nicht hingehören, würden die Säcke gekennzeichnet und stehen gelassen. Simon verweist auf den Abfallratgeber der Kreisverwaltung, in dem aufgeführt ist, was wie zu entsorgen ist. Auch beim Sperrmüll sei offensichtlich vielen nicht klar, wie er entsorgt werde, so Simon. Grundsätzlich gelte, dass Dinge, die fest zum Inventar eines Hauses gehörten, also beispielsweise Fenster, Türen, Holzgebälk oder Badewannen nicht durch den Sperrmüll entsorgt würden. Auch ausgediente Kühlgeräte seien kein Sperrmüll, sondern würden nach telefonischer Anforderung kostenfrei abgeholt. Auch Weihnachtsbäume würden immer wieder zum Sperrmüll gestellt, hat Simon erfahren. Die Bäume gehörten jedoch zu den dezentralen Grünschnittsammelstellen. Simon nennt einen weiteren Grundsatz bei der Sperrmüllabfuhr: "Nicht mehr als zwei Kubikmeter pro Haushalt und Abfuhrtag." Auch beim Altpapier wünscht sich Simon einen sorgfältigeren Umgang. Es müsse darauf geachtet werden, dass das Papier gegen Windflug gesichert würde und kein Draht oder Styropor mehr dabei sei. In anderen Kreisen gibt es Gelbe und Blaue Tonnen für Wertstoffe und Altpapier. Warum nicht im Kreis Bernkastel-Wittlich? "Gelbe Tonnen haben sich nicht als praktikabel erwiesen, da das jeweils durch die Haushalte benötigte Volumen schwierig zu bestimmen ist", sagt der Fachmann von der Kreisverwaltung. Das gleiche gelte auch für Altpapierbehälter. Außerdem werde im Kreis Bernkastel-Wittlich deutlich weniger Restmüll mit den Verpackungsabfällen entsorgt als bei "Tonnensammlungen". Wenn der Abfall "schwitzt"

Doch was ist, wenn der Abfall in den Gelben Säcken oder der Restmüll vor allem in den Sommermonaten so richtig "schwitzt"? Simon empfiehlt für diese Fälle, Verpackungen kurz im Spülwasser auszuschwenken. Auch bei Restmüll solle man, um Ungeziefer oder Geruch zu vermeiden den Müll in Plastiksäcke verpacken. Wer die Abfuhrtermine mal verpasst, kann seinen Abfall dennoch loswerden. Sperrmüll kann bei der Deponie gebührenpflichtig abgeliefert werden. Kostenlos ist das Entsorgen von Altpapier bei der Firma AWU in Kröv, Telefon 06541/913320. Die Gelben Säcke können bei der Firma KCD in Hetzerath kostenlos entsorgt werden, Telefon 06508/91440. Die Zahl der illegalen Ablagerungen nimmt laut Simon nicht zu, doch würden die Bürger solche Ablagerungen zunehmend kritischer wahrnehmen und der zuständigen Unteren Abfallbehörde der Kreisverwaltung mitteilen. Die Kreisverwaltung sei auch zuständig für die Beseitigung des Mülls, wenn der Verursacher nicht festgestellt werden könne und der Müll nicht auf einem Privatgrundstück liege. Doch wehe dem, der erwischt wird. Wer die Abfälle nicht innerhalb einer Frist entsorgt, muss ein Bußgeld zahlen.