Das Lott-Festival hat auch in diesem Jahr wieder tausende Musikfreunde nach Raversbeuren gezogen.

Lott-Festival : Besucher nehmen Hitze und Auflagen klaglos hin

Das Lott-Festival hat auch in diesem Jahr wieder tausende Musikfreunde nach Raversbeuren gezogen. Die Organisatoren müssen wegen des Wetters viel zusätzliche Arbeit leisten.

Langsam neigt sich beim Lott-Festival bei Raversbeuren die Sonne am späten Samstagnachmittag dem Horizont zu. Und mit den damit verbundenen gemäßigteren Temperaturen füllt sich der Hang gegenüber der großen Bühne, wo sich über den Nachmittag nur Hartgesottene mit Sonnencreme aufhalten oder die Menschen sich mit Regenschirm, Sonnenschirm und leichten Decken vor der knallenden Sonne schützen.

Auf der Bühne geht es jetzt richtig ab. Erst sorgen Pixvae aus Lyon mit mittelamerikanischen und  afrikanischen Rhythmen für das laut dem Lott-Moderator  „Abgefahrenste, was wir in den vergangenen zehn Jahren hier gehabt haben“, bevor die nachfolgenden Musikgruppen The Cool Quest aus den Niederlanden, Redgoldgreen aus den USA und Triggerfinger aus Belgien die Feierstimmung bis tief in die Nacht jedes Mal neu anheizen.

Insgesamt treten mehr als 20 Gruppen auf dem dreitägigen Festival im Hunsrück auf. Hinzu kommt ein Rahmenprogramm mit Poetry Slam und der offenen Bühne auf der Waldbühne.

Dort findet auch der politische Teil des Festivals statt, den die Lott-Jugend organisiert. Thema der Diskussion in diesem Jahr: Könnte sich die Region selbst und möglichst biologisch mit Lebensmitteln versorgen?

Das Ergebnis der  einstündigen Diskussion  fasst Moderatorin Annette Fehrholz zusammen. „Wir müssen Essen als politisches Thema begreifen. Das derzeitige System ist gewollt. Die Verantwortung wird auf uns Verbraucher übertragen. Das ist ein falscher Ansatz“, sagt sie.

Das heiße und trockene Wetter der Vorwochen hatte den Organisatoren der Lott-Gesellschaft kurzfristig neue Herausforderungen beschert und sie vor Probleme gestellt. „Am Donnerstag haben die Behörden uns wegen der Waldbrandgefahr zusätzliche Auflagen gemacht“, sagt Silvia Wolff vom Vorstand der Lott-Gesellschaft.

„Wir haben mit der Feuerwehr viel diskutiert“, berichtet sie. So seien auf dem Gelände zusätzliche Wasserfässer aufgestellt und im Dorf für den Ernstfall 20 000 Liter Löschwasser bereitgestellt worden. Zusätzlich ist auf den Campingplätzen absolutes Feuerverbot.

Vom Lagerfeuer über Grillgeräte, Gaskartuschen und Kerzen ist jedes offene Feuer verboten. Im angrenzenden Wald, wo viele Leute die Waldbühne besuchen, herrscht absolutes Rauchverbot.

Dass dies eingehalten wird, ist für Wolff ein angenehmes Erlebnis: „Alle haben viel Verständnis“, sagt sie. So würden die Besucher selbst auf die Verbote achten und Raucher auffordern, ihre Glimmstengel zu löschen.

Bereits vorher hatte die Lott-Gesellschaft zusätzliche Auflagen erhalten. Erstmals war die Zuschauerzahl auf 8000 Besucher limitiert worden, sagt Wolff. Allerdings habe (Stand später Samstagnachmittag) kein Besucher abgewiesen werden müssen.

Außerdem musste die Anzahl des Securitypersonals erhöht sowie Betonpoller aufgestellt werden, um mögliche Terrorakte auszuschließen. Was auch zu einer Erhöhung des Eintrittsgeldes für die Dauerkarte geführt hat.

Die Lottbesucher nehmen alles klaglos hin. „Das ist in Ordnung. Sie nehmen halt das, was sie müssen. Die Sicherheitskräfte müssen ja bezahlt werden“, sagt ein 23-jähriger Gast aus Morbach.

Allerdings sei durch die Auflagen und die Zäune rund um das Festival-Gelände das frühere Lott-Feeling etwas verloren gegangen. „Doch es macht mir genauso viel Spaß wie sonst auch“, erklärt der Mann.

Die Band RedGoldGreen spielt auf der Lott-Bühne. Foto: Christoph Strouvelle
Sonnenschirme sind auf der Hangwiese während des heißen Nachmittags für viele Besucher unentbehrlich. Foto: Christoph Strouvelle
Beate Meiers aus Gonzerath und Patrick Jung aus Morbach kühlen beim Lott-Festival ihre Füße im mitgebrachten Planschbecken. Foto: Christoph Strouvelle
Gemütlich und entspannt geht es auf dem Hang gegenüber der Lott-Bühne zu. Foto: Christoph Strouvelle

„Die Atmosphäre ist super“, sagt die 43-jährige Tanja aus Lötzbeuren, die seit ihrem 16. Lebensjahr regelmäßiger Gast  ist. Die Taschenkontrollen müsse man akzeptieren, sagt sie. „Wir kommen ja wegen der Musik.“