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Das Mausoleum in TRaben-Trabach hat einen neuen Besitzer

Kostenpflichtiger Inhalt: Traben-Trarbach : Neue Besitzer wollen verfallenes Mausoleum in Traben-Trarbach restaurieren

Jahrelang war ein historisches Mausoleum in Traben-Trabach herrenlos und verfiel immer weiter. Nun hat es neue Besitzer, die es restaurieren wollen. Doch die sind auf der Suche nach weiteren Informationen.

Fast genau ein Jahr, nachdem der Volksfreund zum ersten Mal über das herrenlose Mausoleum auf dem Traben-Trar­bacher Friedhof berichtet hatte, fand sich nun ein Käufer. Vielmehr: Es sind zwei Familien aus dem Köln-Bonner Raum, die den Bau restaurieren wollen.

Aber der Reihe nach: Das Gebäude auf dem Friedhof in Trarbach stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Es hat eine Kuppel, Ecktürme, eingearbeitete Figuren und fein detaillierte Elemente. Es liegt am Hang des Friedhofs, so dass die Krypta im Untergeschoss vom Hang am Ende des Friedhofs aus ereichbar ist. Es verfällt seit vielen Jahren, denn bislang galt es als herrenlos. Die Bürgerinitiative „Leben in Traben-Trarbach“ machte vor einem Jahr darauf aufmerksam (TV vom 14. Mai 2019).

Die Traben-Trarbacher Familien Müller und Graff ließen es Ende des 19. Jahrhunderts errichten. Bis zum Jahr 2007 befand es sich nach Informationen der Kreisverwaltung noch im Eigentum einer Erbengemeinschaft von Nachkommen des Weingutsbesitzers Dr. Fritz Melsheimer. Dann beantragte die zerstrittene Erbengemeinschaft die Zwangsversteigerung des Gebäudes. Zwischenzeitlich war das Grundstück laut Grundbucheintrag herrenlos.

Vergangenes Jahr hatte dann sogar die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Interesse bekundet, eine Restaurierung – die Kosten liegen zwischen 60 000 und 100 000 Euro – des Gebäudes nach eingehender Prüfung zu fördern. Aber ohne Besitzer war das nicht möglich. Weder der Traben-Trarbacher Verein noch die Kirchengemeinde oder die Stadt konnten das Gebäude übernehmen.

Da tauchte es im vergangenen Jahr in der Datenbank der Deutschen Immobilien Internet Auktion auf. Es sollte im Auftrag des Landes  Rheinland-Pfalz versteigert werden. Darauf wurden Christian Eberhardt mit seiner Frau Petra Schön aus Bad Honnef und Ramon Leonhardt aus Rösrath bei Köln  aufmerksam. Die befreundeten Familien informierten sich über die Geschichte des Mausoleums. „Wir waren sofort verliebt,“ erzählt Petra Schön. „Die Auktion war wider Erwarten auch noch spannend, denn es gab einen Mitbewerber, der plötzlich mitsteigerte. Aber dann haben wir den Zuschlag erhalten – für 3200 Euro,“ sagt Christian Eberhardt.

Wie soll das Mausoleum nun weiter genutzt werden? „Wir wollen es als Begräbnisstätte für unsere beiden Familien nutzen, die bereits vorhandenen Verstorbenen sollen natürlich bleiben,“ sagt Ramon Leonhardt.

Auch Christian Eberhardt betont: „Es ist uns allen sehr wichtig, die Ruhe der bereits im Mausoleum Beigesetzten beizubehalten.“ An den acht Plätzen in der Krypta hängt allerdings nur ein Namensschild. „Wir wären froh, wenn wir alle Namen hätten und würden gerne auch Tafeln für diese Menschen anbringen,“ versichert Leonhardt. Zu den Restaurierungskosten sagt er: „Wir lassen das mal auf uns zukommen.“

Die neuen Besitzer des Mausoleums in Traben-Trarbach: Christian Eberhardt, Petra Schön und Ramon Leonhardt (von  links). Foto: TV/Hans-Peter Linz
Der Innenraum ist aufwendig gestaltet. Foto: TV/Hans-Peter Linz
Engel-Darstellungen schmücken den Innenraum. Foto: TV/Hans-Peter Linz
Das zeitgenössische Bild zeigt das Mausoleum  vor über 100 Jahren. Foto: TV/Hans-Peter Linz

Leseraufruf: Die Familien Eberhardt und Leonhardt suchen weitere Infos über die Geschichte des Mausoleums. Wer noch etwas weiß oder Unterlagen hat, kann sich gerne an hp.linz@volksfreund.de wenden. Wir vermitteln die Kontaktdaten dann weiter.