1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Das Museum des Pfarrers Wax steht kurz vor der Auflösung

Kultur : Kein neues Leben für das Wax-Kabinett

60 000 Exponate hat der im Jahr 2010 verstorbene Pfarrer Gerhard Wax in seinem Heimatmuseum ausgestellt. Ein Verein wollte das Museum wieder mit Leben füllen, aber es fehlt am Geld für das Projekt. Jetzt steht der Verein vor einer ungewissen Zukunft.

Arnold Kaiser ist vor allem eins: enttäuscht, dass es nicht geklappt hat, mit dem Verein, dem Erhalt des Museums und vor allem damit, wieder Leben in die Kirchstraße zu bekommen. Er sagt: „Die Kirchstraße war immer die Herzkammer des Dorfes. Wir wollten sie mit unserem Projekt wieder mehr beleben, aber das ist uns nicht gelungen.“

Der Bergweilerer ist ehemaliger Ortsbürgermeister und erster Vorsitzender des „Dorfvereins“, der am 6. Juni 2018 gegründet wurde und im Vorfeld schon als Arbeitskreis aktiv war. Der Pfarrgemeinderat hatte im August 2017 zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen, zu der etwa 80 bis 100 Personen gekommen waren, um gemeinsam zu überlegen, was man mit dem Museum, das umgangssprachlich „Wax-Kabinett“ genannt wurde, machen könne. An diesem Abend haben sich Personen bereiterklärt, bei einem Arbeitskreis mitzuwirken. Zu Anfang lief es auch sehr gut, es wurde mit Unterstützung des Leaderprojekts eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die herausfinden sollte, wie man das Museum, die Räume, die dazugehören und den Vorplatz nutzen könnte.

Der Verein, der aktuell aus 39
Mitgliedern besteht und in dessen Vorstand auch der Ortsbürgermeister und Vertreter des Pfarrgemeinderats und des Pfarrverwaltungsrats vertreten sind, hatte schon einige Ideen. Gemeinschaftsräume
sollten entstehen, das Museum renoviert werden, ein Gemeindebüro, ein Café für Pilger, das Gemeindearchiv und ein „Kümmererbüro“. Arnold Kaiser erklärt: „Das „Kümmererbüro“ sollte eine Anlaufstelle sein, die von Ehrenamtlichen besetzt ist und die bei verschiedenen Dingen, wie beispielsweise dem Organisieren des „Essen auf Rädern“ oder dem Anfordern des „Bürgerbus“ behilflich ist.“

Auch für das Museum gab es
neben den notwendigen energetischen Sanierungsmaßnahmen, der Renovierungen der Toiletten, Barrierefreiheit und Brandschutz, konkrete inhaltliche Ideen, die Dr. Martin Koziol, der bei der Verbandsgemeinde bei Leaderprojekten mitarbeitet, bereits vorgestellt hat. Das Gesamtprojekt hätte 2,5 Millionen Euro gekostet, so die Studie des Planungsbüros. Die Renovierung des Museums war mit 500 000 Euro veranschlagt. Dafür hätte es einen Zuschuss von 60 Prozent aus dem Leaderprojekt gegeben.

Die Gemeinde, die das Gebäude von der Kirchengemeinde für
einen Euro pro Jahr auf Erbpachtbasis für 90 Jahre bekommen hätte und Rücklagen der Kirchengemeinde hätten den Restbetrag aufbringen müssen. „Die Gemeinde hatte allerdings Bedenken zu investieren und dann nicht Eigentümer zu sein.

In der Gemeinderatssitzung im Januar hat der Rat dann beschlossen, das Gebäude nicht zu übernehmen“, berichtet Kaiser. Auch für die Kirchengemeinde ist der Betrag zu hoch. Lothar Eckstein, Mitglied des Verwaltungsrats sagt: „Es kostet viel Geld, das wir für das Museum nicht zur Verfügung haben.“

Arnold Kaiser ist der Meinung, dass hier eine Chance für Bergweiler vertan wird. „Man hätte schrittweise vorgehen und Kompromisse suchen können, um Lösungen zu finden. Für den Ort wäre es auf jeden Fall eine Belebung gewesen.“

Jetzt steht der Verein vor der
einer entscheidenden Mitgliederversammlung. Am Freitag
dieser Woche wollten die Mitglieder
eigentlich entscheiden, ob der Verein sich auflöst oder als Kulturverein weitermacht. Diese Treffen wurden jedoch am Mittwoch kurzfristig wegen des Corona-Virus abgesagt.

Die Kirchengemeinde will sich indessen mit dem Bistum abstimmen, was mit dem Gebäude und der Sammlung von Pfarrer Wax passieren soll.