Das plant das Oldtimermuseum Zylinderhaus für das Jahr 2019

Unterwegs im Oldtimermuseum : Alt, aber keine Auslaufmodelle

Die Geschäfte im Zylinderhaus in Bernkastel-Kues laufen gut. Für 2019 planen die Besitzer mehrere Programmpunkte. Für einen kommen viele Überlebende des Krieges an die Mosel.

Da steht er, der rote Riese. Unscheinbar, direkt hinter dem Drehkreuz des Oldtimermuseums im Zylinderhaus in Bernkastel-Kues, versteckt sich ein Auto, das vor langer Zeit mit lautem Getöse durch die Straßen der Stadt fuhr. Wenn es ernst wurde machte der Opel Blitz seinem Namen alle Ehre.

Nun hat er seinen Dienst erfüllt und fristet den Ruhestand im Museum. Das 1958 gebaute, ehemalige Feuerwehrauto der Stadt Bernkastel-Kues eröffnet die Ausstellung im schon von außen imposanten Museum. Seit August 2017 gehen Oldtimerfans im Museum von Bernd Benninghoven ein und aus.

Doch läuft das Museum auch? Die Antwort gibt der stellvertretende Museumsleiter Oliver Peitz: „Ja“, sagt er, „es war ein gutes Jahr für das Museum.“ Ob mehr Besucher im Sommer oder Winter kämen, kann er nicht sagen. Doch eine Verbindung mit einer Bernkasteler Veranstaltung zieht er: „Besonders durch den Weihnachtsmarkt haben wir einige Besucher dazubekommen.“

Die Ausstellung, die zu den größten technischen Automobilausstellungen in Deutschland gehört, umfasst etwa 120 Oldtimer und etwa 50 Zweiräder. Und sie kann, was die anderen Museen auch können: schöne, alte Autos zeigen. BMW, Opel, Mercedes – die Klassiker haben allesamt ihren Weg nach Bernkastel-Kues gefunden. „Aber darauf liegt nicht unser Fokus“, erklärt Oliver Peitz.

Man wolle sich dadurch herausstellen, dass man sich vor allem auch auf Autos aus der Nachkriegszeit konzentriert, die nicht überall zu sehen sind. Marken wie NSU, Wanderer oder Horch sind zwar auf den ersten Blick wohl besonders Kennern ein Begriff. Doch die Aufmachung zieht auch Oldtimer-Frischlinge an.

Das ehemalige Feuerwehrauto der Stadt Bernkastel-Kues, ein Opel Blitz, hat seinen Dienst erfüllt und ziert das Zylinderhaus. Foto: TV/Christian Thome

Besonders eine der Marken wird im nächsten Jahr zentraler Bestandteil einer Veranstaltung im Museum sein. „Anfang September werden wir ein Internationales Wanderer-Treffen veranstalten“, sagt Oliver Peitz. Dabei treffen sich nicht Bergsteiger, die über Stock und Stein gehen, sondern Liebhaber alter Autos aus den 1930er Jahren.

Damals wurden die Wanderer in Chemnitz produziert, nach dem Krieg wurde die Produktion eingestellt. „Das sind Autos, die alles mitgemacht haben – auch den Krieg“, erklärt Oliver Peitz. Besonders aus den neuen Bundesländern erwarten die Veranstalter viele Besucher, die mit ihren Oldtimern den Weg quer durch die Republik auf sich nehmen.

Außerdem macht das Museum aus einer erfolgreichen Erfahrung eine Veranstaltungsreihe. Im Oktober feierten etwa 400 Personen bei den Kues Cruise Nights im Museum. „Wir haben gemerkt, dass die Leute einen Treffpunkt haben wollen. Diesen wollen wir ihnen geben“, sagt Peitz. Heißt: An jedem ersten Freitag im Monat gibt es von April bis Oktober Barbecue und ein „typenoffenes Treffen“. Als Nebeneffekt wolle man damit das Museum auch für junge Leute schmackhaft machen, denn die meisten Besucher seien momentan „Fünfzig plus“.

Besonders Besucher dieser Altersklassen können im Museum in Erinnerungen schwelgen. Nachbauten wie eine alte Tankstelle, ein Tante-Emma-Laden, eine Apotheke, eine Kaffeerösterei und ein Fahrradladen erinnern an lange vergangene Zeiten. Figuren stellen das Leben in diesen Zeiten nach –  solche machen auch die Auto-Exponate lebendig.

Dieser Horch 930 V stammt aus den Jahren 1937 oder 1938. Er hat 82 PS und wurde lediglich in einer Auflage von 2000 Stück produziert. Foto: TV/Christian Thome

Da aller guten Dinge drei sind, belässt es das Museum 2019 nicht bei zwei großen Veranstaltungen. Am Wochenende vom 25. bis 28. Juli gibt es eine große Ausfahrt, den „Zylinderhaus Classic Mosel“. Dieser findet in Kooperation mit der Sternfahrt in Veldenz statt. An der letztjährigen Ausfahrt, die noch alleine ausgerichtet wurde, nahmen über etwa 70 Autoliebhaber teil, diese Zahl soll durch die Zusammenarbeit nun erhöht werden.

An der Ausfahrt werden auch wieder einige Exponate aus dem Museum teilnehmen. Diese sind „größtenteils fahrbereit“, sagt Oliver Peitz. Das sei auch wichtig, denn die Autos seien nicht gebaut, um im Museum zu stehen.

Mehr von Volksfreund