"Das Plateau ist keine Insel"

BERNKASTEL-KUES. Rekord in der Güterhalle: Knapp 60 Bürgerinnen und Bürger folgten aufmerksam der Stadtratssitzung. Ihr Interesse galt den Plänen zur Erweiterung des Wohngebietes auf dem Kueser Plateau.

"Wir sind ein Mittelzentrum für die Region und kommen unserer Verpflichtung nicht nach, Baugelände auszuweisen", sagte Stadtbürgermeister Wolfgang Port zum neuen Baugebiet IV auf dem Plateau. Das Geld, das dort erwirtschaftet werden könnte, fließe nicht in die Taschen der Stadträte, sondern in die der Bürger, betonte Port. Er geht von einer groben Kostenschätzung von 1,7 Millionen Euro aus. Bernd Gelz (SPD) kritisierte, dass diese Zahlen nicht im Bauausschuss vorlagen. Die Stadt gefährde mit der Erweiterung die Anerkennung als heilklimatischer Kurort, so Gelz weiter. "Der Rat soll anderen nicht zumuten, was er selbst nicht will", wandte er sich an seine Ratskollegen. Als Anlieger sind Gelz und Maren Pflaumbaum (SPD) gegen die Erweiterung. Ihr Antrag, alternative Flächen zu suchen, fand keine Mehrheit.Man brauche vernünftige Daten, und die bekomme man nur durch die Vorplanung, so Roland Gaub (CDU). "Es muss ein Konsens mit den Reha-Kliniken gefunden werden", betonte Jürgen Servatius (UBU). Einerseits könne er die Einwände der Anwohner verstehen, andererseits müsse man damit rechnen, das Baugebiete auch erweitert würden, sagte Ernst Schreiner (CDU), der auch den Bedarf nach Grundstücken als gegeben ansieht.Schlechte Anbindung spricht gegen Baugebiet

Zudem hätten die Anlieger kein Interesse an einem Kauf der Flächen gehabt, als die Stadt sie angeboten habe. "Wir wohnen auf dem Plateau nicht auf einer Insel", sagte Robert Wies (FDP). Gegen das Baugebiet spreche aber die schlechte Anbindung des Plateaus und die Gefährdung des heilklimatischen Kurortes. Letzteres solle der Bürgermeister prüfen lassen. Auch die Bedenken des Verwaltungsdirektors der Kliniken sprächen dagegen. Er stimme dem Beschlussvorschlag zu, werde aber den Bebauungsplan ablehnen, wenn die Bedenken nicht ausgeräumt würden, so Wies. Bei zwei Gegenstimmen wurde der Planungsauftrag erteilt. Auch eine alternative Verkehrsanbindung des Plateaus wird dabei geprüft.Wir sind interessiert an der Meinung der Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema. Schicken Sie uns eine E-Mail (20 bis 30 Zeilen à 30 Anschläge) bis heute um 15 Uhr.