Das Projekt „Bürgerkoffer“ startet demnächst in der VG Bernkastel-Kues

Bürgerservice : Das Projekt „Bürgerkoffer“ startet demnächst in der VG Bernkastel-Kues

In der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues startet demnächst das Projekt „Bürgerkoffer“. Mitarbeiter der Verwaltung bieten einen Teil der Dienste in der Wohnung von Bürgern an, die nicht mehr in die Büros kommen können.

Wenn Sie nicht in die Verwaltung kommen können, kommt die Verwaltung zu Ihnen:  Ob die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues demnächst mit diesem Slogan wirbt, ist noch nicht bekannt. Das Angebot wird sie älteren, beeinträchtigten und nicht mobilen Bürgern aber machen. Es fehlt nur noch der Bürgerkoffer, der dem Projekt seinen Namen gibt.

Das Gepäckstück mit einem besonderen Inhalt sei bei der Bundesdruckerei bestellt, berichtet Leo Wächter, hauptamtlicher Beigeordneter der Verbandsgemeinde. „Wenn er da ist, werden wir umgehend beginnen“, fügt er an.  Das werde auch unbürokratisch umgesetzt, verspricht er. „Die Schwelle ist relativ niedrig.“ Ein Missbrauch durch fitte und mobile Bürger soll gleichwohl verhindert werden.

Und das ist geplant: Ältere, beeinträchtigte und nicht mobile Menschen können den Service bei der Verwaltung anfordern. Die Telefonnummern werden im Amtsblatt mitgeteilt. Unter anderem im Angebot: der Antrag für einen neuen Personalausweis und für die Rente, die Ummeldung sowie Hilfe bei Fragen der Grundsicherung. Ein mit der jeweiligen Angelegenheit vertrauter Sachbearbeiter wird sich zeitnah den Bürgerkoffer schnappen und den Antragsteller zu Hause aufsuchen.

In dem circa 15 Kilo schweren Koffer befindet sich alles, was für das mobile Angebot benötigt wird: ein Notebook, ein Tintenstrahldrucker, ein Scanner, ein Fingerprintsensor,  ein Netzwerkrouter und eine Digitalkamera. Wert des Inhalts: etwa 5000 Euro. „Ich verstehe die Verwaltung als  Dienstleister der Bürger. Deshalb wollen wir dieses Serviceangebot machen“, sagt Leo Wächter.

„Wir müssen erst einmal Erfahrungen sammeln. Dafür wollen wir eine Basis schaffen“, betonen Wächter und Dagmar Milde, die stellvertretende Leiterin der Abteilung Bürgerdienste. Angedacht ist auch eine Zusammenarbeit mit Senioreneinrichtungen. Davon gibt es in der VG mit ihren 23 Orten einige.

Wenn es möglich ist, sollen Termine gebündelt werden. Denn ein Mitarbeiter, der beispielsweise aus Kleinich angefordert wird, ist schon mal bis zu einer Stunde für Hin- und Rück­weg auf der Straße unterwegs. Da die Verwaltung an zwei Nachmittagen in der Woche für den Publikumsverkehr geschlossen sei, böten sich diese Zeiten an, sagt Axel Schmitt, Leiter der Abteilung Bürgerdienste.

Die Sachbearbeiter sollen aber nur zur Antragstellung anreisen. Fertige Dokumente beispielsweise könnten auch die Ortsbürgermeister, die ja häufig in der Verwaltung seien, mitnehmen, sagt Leo Wächter.

Ein ähnliches Angebot gibt es im Kreis Bernkastel-Wittlich auch in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, sogar schon seit Anfang der 1990er Jahre. Ein Bürgerkoffer komme dabei allerdings nicht zum Einsatz, berichtet Büroleiter Leo Merges. Nachgefragt werde dieser Service aber nur selten. „Das liegt vielleicht auch daran, dass in der VG ein Bürgerbus verkehrt“, sagt Merges. Ein Senioren- und Behindertenbus ist seit September 2017 auch in der VG Bernkastel-Kues unterwegs. Die Kommune und die Einheitsgemeinde Morbach teilen sich das Gefährt (der TV berichtete mehrfach).

Selbst wenn das Projekt Bürgerkoffer in der VG Bernkastel-Kues nur verhalten genutzt werden sollte: Es werde fester Bestandteil im Dienstleistungsangebot der Kommune, verspricht Leo Wächter.

Wer sich schon einmal Näheres wissen will, kann sich unter Telefon 06531/54123 oder 06531/54114 informieren.

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