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Das Projekt "Gemeindeschwester plus" soll in Morbach Mitte des Jahres beginnen.

Bei der Gemeindeschwester plus geht’s bald los : Seniorenprojekt kann bald starten

Das „Geheischnis für Morbach“ soll Mitte des Jahres beginnen. Derzeit sucht die Gemeinde Mitarbeiter und Büroräume.

Das Projekt „Ein Geheisch­nis für Morbach“ kommt in Gang. Damit ist eine Vorsorge vorzugsweise für Senioren verbunden, die in der Einheitsgemeinde vorangetrieben wird und die es den Personen ermöglichen soll, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu leben. „Es nimmt Formen an“, sagt Bürgermeister Andreas Hackethal. Sowohl eine halbe Stelle als Gemeindeschwester plus als auch eine halbe Stelle für einen Seniorenberater sind bereits ausgeschrieben. „Mehrere Bewerbungen sind da“, sagt der Bürgermeister. Parallel dazu sucht die Verwaltung nach einem Standort für eine stationäre Beratungsstelle, wo beide Kräfte ihren festen Sitz haben. Die Kriterien sind umfangreich. Zum einen soll das Büro im Ortskern von Morbach angesiedelt werden. Zudem soll es barrierefrei sein, genügend Parkplätze in der Umgebung bieten und zu vernünftigen Preisen zu mieten sein, sagt Hackethal. Sein Ziel ist es, Ende Mai/Anfang Juni alle notwendigen Schritte vollzogen zu haben.

Warum dauert es so lange?  Die Förderzusage vom Land ist doch schon im Herbst 2019 eingetroffen. Es seien Bewerbungen von angestellten Mitarbeitern gekommen, die im Falle einer Einstellung ihre Kündigungsfristen einhalten müssen, sagt er.

Die Qualifikationen und die Ausrichtung der beiden Stellen sind unterschiedlich. Für eine Gemeindeschwester wird eine Pflegefachkraft, beispielsweise eine Krankenschwester gesucht. Für die Stelle als Seniorenberater ist ein abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik oder der sozialen Arbeit Voraussetzung.

Und wie unterscheiden sich die Aufgabenstellungen der beiden Personen? Die Gemeindeschwester wird präventiv tätig, sagt Hackethal. Sie fährt auf Wunsch zu den jeweiligen Senioren hin und verschafft sich einen Überblick über deren Verhältnisse. Wie fit ist die entsprechende Person? Kommt sie mit dem Haushalt und ihrer Lebensführung klar? Oder müssen entsprechende Dinge in die Wege geleitet werden? „Eine Krankenschwester sieht sofort, ob eine Person genug isst und trinkt“, sagt der Bürgermeister.

Der Seniorenberater berücksichtigt weitere Aspekte. Welche Angebote gibt es für Senioren, und wie können die Personen bereits vorhandene Dienste in Anspruch nehmen? Wie können sie das vorhandene Netzwerk in der Gemeinde nutzen? „Das geht hin bis zur Vereinbarung von Arztterminen“, sagt Hackethal.

Damit bietet die Gemeinde Morbach mehr als das Land ursprünglich vorgesehen hat. Denn das übernimmt lediglich die Gehaltskosten für die Gemeindeschwester, während die Kommune das Gehalt für den Seniorenberater sowie für den weiteren Bedarf wie Raummiete für das Geheischnis, Telefon- und Bürokosten trägt. Die Gemeinde hat dafür im ersten Jahr mehr als 100 000 Euro im Haushalt eingeplant, darin enthalten sind aber auch die Einrichtungskosten für das Büro.

Was den Bürgermeister bei der Einrichtung der Gemeindeschwester stört, ist die Befristung der Förderung bis 31. Dezember 2020. „Ich habe angesprochen, dass es wenig sinnvoll ist, ein solches Projekt zu initiieren und es ein Jahr später auslaufen zu lassen“, sagt er. Derzeit prüfe das Land eine Verlängerung der Förderung. Unabhängig davon planen die Morbacher das „Geheischnis für Morbach“ offensichtlich auf längere Zeit. Denn die beiden Stellen sind unbefristet ausgeschrieben. Hacke­thal: „Wir müssen sehen, wie das Projekt läuft. Der Seniorenbus hat auch anderthalb Jahre gebraucht, bis er angenommen wurde. Jetzt sind es mehrere 100 Fahrten im Jahr.“