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Das römische Weinschiff kehrt zurück

Das römische Weinschiff kehrt zurück

NEUMAGEN-DHRON. Pläne für einen originalgetreuen Nachbau des römischen Weinschiffs gibt es seit geraumer Zeit. Nun werden sie umgesetzt. Das Schiff soll zur Konstantinausstellung 2007 einsatzbereit sein.

Der morgige Freitag ist ein großer Tag für die Gemeinde Neumagen-Dhron und könnte es auch für die gesamte Region werden. An diesem Tag werden in Trier die Pläne für den Nachbau des berühmten Römerweinschiffes vorgestellt. Staatssekretär Günter Eymael, Josef Peter Mertes, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Hans-Hermann Kocks, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier, und der Neumagen-Dhroner Ortsbürgermeister Willi Herres erläutern das Projekt, das die touristischen Attraktionen in der Region um einen besonderen Aspekt erweitern soll. Der Nachbau des Schiffes steht in Zusammenhang mit der Konstantin-Ausstellung im kommenden Jahr sowie mit dem Projekt "Straße der Römer". Das zirka 19 Meter lange römische Weinschiff soll nach der historischen Vorlage gebaut werden. Geschehen wird dies - unter der Regie der Handwerkskammer - in Trier. Federführend wird die Gemeinde Neumagen-Dhron sein. Sie wird Träger des Projektes. Schließlich wurde das antike Weinschiff aus dem dritten Jahrhundert, das im Rheinischen Landesmuseum in Trier zu bewundern ist, vor rund 150 Jahren in der Gemeinde mit der großen römischen Vergangenheit gefunden. Und der Nachbau wird auch in Neumagen-Dhron seinen Heimathafen haben. Somit kehrt das Schiff quasi an seinen Fundort zurück. Willi Herres ist natürlich froh über das Schiff und den damit verbundenen Zugewinn an Attraktivität für seine Gemeinde. Doch er wird es nicht allein für Neumagen-Dhron reklamieren. Er möchte auch die Orte rundherum mit einbinden. "Wir brauchen Leute, die uns begleiten und das Projekt mit Leben erfüllen", sagt er. Deshalb soll sich umgehend ein Förderverein gründen. Der Gewerbeverein und der Kulturverein haben bereits ihre Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert. Als Schiff, das zu regelmäßigen Zeiten von Ort zu Ort fährt, wird das motorisierte Gefährt nicht eingesetzt. "Es kann nur gechartert werden", erläutert Herres. Gesteuert werden soll es von Personen, die den Bootsführerschein plus eine Zusatzausbildung vorweisen können. Herres denkt da unter anderem an Leute von der Feuerwehr. Erste Gespräche hat es bereits gegeben. Ankern soll das Schiff unter- halb des Römerkastells. Dort wird wahrscheinlich ein Steg errichtet. Ein Pavillon soll den Besuchern die geschichtliche Bedeutung nahe bringen. Das Gelände könnte dann auch zum Schauplatz besonderer Veranstaltungen werden. Herres möchte auch die Bauarbeiten transparent machen. Ihm schweben Projekte mit Schülern und Studenten vor. Die Gemeinde kommt übrigens preiswert an das Schiff. Herres: "Wir stellen nur das Eichenholz zur Verfügung."