"Das schockt uns nicht mehr"

THALFANG. Einen unausgeglichenen Haushalt mit einem Defizit von 580 000 Euro beschloss der Ortsgemeinderat Thalfang bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Der Rat ist auf Sparkurs, will jedoch die Projekte "Gewerbegebiet" und Wohnbaugebiet "In den Mühlenfeldern" vorantreiben.

"Wir haben auch in diesem Jahr keinen ausgeglichenen Haushalt", erklärte Ortsbürgermeister Franz-Josef Gasper bei der jüngsten Sitzung des Thalfanger Ortsgemeinderats. "Das schockt uns nicht mehr", schob er hinterher. Mit einem Defizit in der Kasse müssen die Thalfanger schließlich schon länger leben. Außerdem habe die Gemeinde in der jüngsten Vergangenheit zwei Rückschläge wegstecken müssen - die Schließung des Fleischwerks und die Insolvenz der Diamantquelle -, blickte Gasper zurück. Deshalb versucht der Rat, die Ausgaben mit dem einstimmig beschlossenen Haushalt möglichst gering zu halten. "Es gibt keine Streichungsmöglichkeiten mehr ohne Einschnitte", sagte Bettina Brück (SPD). Im Verwaltungshaushalt stehen den Einnahmen von rund 1,3 Millionen Ausgaben von rund 1,9 Millionen gegenüber, so dass sich ein Fehlbetrag von etwa 580 000 Euro ergibt. Die Einnahmen und Ausgaben im Vermögenshaushalt belaufen sich auf rund 530 000 Euro. Neben der Tilgung von Krediten (rund 90 000 Euro) und der Ablösung von Vorfinanzierungskrediten (150 000 Euro) sind die größten Posten für folgende Projekte im Haushalt eingestellt: die Erschließungs- und Investitionskosten für das Gewerbegebiet (rund 100 000 Euro) sowie Grunderwerb und Vermessung im Gewerbegebiet und im Wohnbaugebiet "In den Mühlenfeldern". Gasper hofft, im Wohn- und im Gewerbegebiet baldmöglichst viele Grundstücke verkaufen zu können. Durch das Entfallen der Eigenheimzulage sei es allerdings schwieriger geworden, Käufer zu finden, erklärte er. Auch für Thalfang als Standort für Gewerbe und Industrie müsse man etwas tun, denn "von selbst kommt heute keiner mehr", sagte Gasper. "Wir haben keinen Luxushaushalt. Alles, was drin ist, muss sein", stimmte Bettina Brück Gasper zu und dankte den Gremiumsmitgliedern, dem Bürgermeister und der Verwaltung. Auch Stefan Gerhard, Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Hürtgen (FWG) und Werner Breit (FDP) schlossen sich der Vorrednerin in ihren Haushaltsreden an. Breit erklärte, beim Verwaltungshaushalt warte er auf einen Silberstreif am Horizont, weil ihm die Entwicklung der Fehlbeträge Sorgen bereite. "Oben" würden Entscheidungen getroffen, für die die Kommunen schließlich die Kosten übernehmen müssten, kritisierte er.

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