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Das Schweigen hat ein Ende

ZELTINGEN-RACHTIG. Seit 1969 wird darüber nachgedacht, oberhalb von Kloster Machern einen großen Ferienpark zu errichten. Seit fast sieben Jahren liegt Baurecht vor. Geschehen ist aber nichts. Nun kommt aber wieder Bewegung in die Sache. ARRAY(0x2e37213f8)

"Wir sind an einem historischen Punkt angelangt. Nach 20 Jahren ist das Finish in Sicht." Es waren große Worte, die Jan van der Dussen, der Vorstandsvorsitzende von Gran Dorado, äußerte. Er tat dies aber nicht im gerade begonnenen Jahr 2006, sondern bereits Ende März 1999. Fast sieben Jahre ist es her, dass der Stadtrat Bernkastel-Kues und der Gemeinderat Zeltingen-Rachtig den Bebauungsplan für den Ferienpark bei Zeltingen-Rachtig abgesegnet und damit Baurecht hergestellt haben. Doch geschehen ist seither auf dem Gelände an der B 50 zwischen der Zeltinger Brücke und Platten nichts. Ab und zu wurde noch einmal nachgefragt. "Ein tiefes Schweigen hat sich über die euphorischen Planungen für den Ferienpark ausgebreitet", war Ende April 2003 im Trierischen Volksfreund zu lesen. Zwei Besitzerwechsel bei Gran Dorado

Der Grund: Bei der Gran-Dorado-Gruppe gab es zwei Besitzerwechsel. Das Projekt an der Mosel, seit 1969 in der Planung, geriet ins Stocken. Und das, obwohl bereits 86 Prozent der geplanten Fläche (zirka 76 Hektar) im Besitz der Gruppe waren und es bis heute auch sind. Doch nun ist wieder Leben in die Planungen gekommen. So viel Leben, dass auch an der Mosel wieder der Optimismus wächst. Eine holländische Investorengruppe hat den Planer, der bisher schon tätig war, beauftragt, die Pläne auf den neuesten Stand zu bringen. Es hat auch bereits Gespräche bei der Landesregierung in Mainz gegeben. Das Land hatte in der Phase ausgangs der 90er-Jahre eine Förderung in Aussicht gestellt. Zur Erinnerung: Die Pläne beinhalteten damals 360 Wohneinheiten mit einer Bettenkapazität von 2600. Dazu einen Freizeitbereich, der unter anderem ein Spaßbad beinhaltete, Restaurants und einen Supermarkt. Die Rede war damals von einem Investitionsvolumen von 80 Millionen Euro. 250 bis 300 neue Arbeitsplätze waren in Aussicht gestellt worden. Der Ökologie sollte mit einer Schilf-Kläranlage Rechnung getragen werden. Toilettenabwässer und Essensreste sollten in einer Biogas-Anlage zu Strom umgewandelt werden. Es war sogar davon die Rede, dass dadurch mehr Strom erzeugt werden könne, als in der Anlage gebraucht werde. Die überschüssige Energie sollte ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. All diese Pläne sind nach Auskunft der Verbandsgemeinde-Verwaltung auch heute noch aktuell. "Es könnte allerdings sein, dass das Spaßbad etwas kleiner ausfällt", erläutert Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. Umfangreiche Tabu-Flächen

Auch er hatte inzwischen nicht mehr viel Hoffnung investiert. "Das Projekt schien zwischenzeitlich gestorben zu sein", sagt er, "nun ist aber wieder Bewegung in die Sache gekommen." Die Verbandsgemeinde werde auch weiterhin Träger der Erschließungsarbeiten sein, erläutert er. Das sei nur ein formeller Akt. "Der VG werden keine Kosten entstehen", hebt Hangert hervor. Das Projekt war damals ökologisch nicht ganz unumstritten. Es wurde auch ein Büro für Umweltforschung und Umweltplanung eingeschaltet. Sein Fazit: Es gibt umfangreiche Tabu-Flächen sowie genügend Rückzugsraum für Vögel. Der Gemeinderat Zeltingen-Rachtig stimmte den Plänen damals einhellig zu, im Stadtrat Bernkastel-Kues gab es vier Gegenstimmen. "Der Park wäre für die touristische Infrastruktur wichtig", gibt Hangert die Sichtweise wider, die schon Ende der 90er-Jahre überwog. So richtig glauben kann der Verwaltungschef aber noch nicht an eine Realisierung. "Das wird erst dann geschehen, wenn die Bagger rollen", gibt er zu.