1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Das Team der wiedereröffneten Horather  Kita hat sich viel vorgenommen.

Visionen für „etwas ganz Neues“ : Neue Chance für Horather Kita

Das Team der wiedereröffneten Einrichtung hat sich viel vorgenommen.

Ihre Schließung zu Beginn der Sommerferien war bereits entschieden, und die Türen der Horather Kindertagesstätte (Kita) waren tatsächlich zu. Dass dort nun wiederum an die 20 Kinder, statt bisher nur etwa halb so viele, betreut werden, ist dem Zuzug von Familien zu verdanken. Dem erneuten Bedarf trägt die Katholische Kita gGmbH Trier als Träger Rechnung. Die Horather Kita sei nun eine Außengruppe der Kita St. Stephanus in Wintrich, informierte Ortsbürgermeister Jan Steffes in der von etlichen Bürgern besuchten jüngsten Gemeinderatssitzung.

 Die Kooperation über die Grenze der Verbandsgemeinden (VG) Thalfang und Bernkastel-Kues hinweg ist dem binnen weniger Wochen neu gebildeten Team zu danken. Leiter der Horather Kita ist Dieter Briesch, der die Aufgabe als Leiter der Kita Wintrich zusätzlich übernimmt, unterstützt von Katharina Kropp, als stellvertretende Leiterin. Insgesamt besteht das Team mit Voll- und Teilzeitkräften aus fünf Erziehern, drei Frauen und zwei Männern plus Küchen- und Reinigungskraft.

 Für eine Einrichtung dieser Größe kurzfristig ein komplettes Mitarbeiter-Team zu finden, sei gar nicht so einfach gewesen, sagt Karl Federmann, Gesamtleiter Mittelmosel der Kita gGmbH. Zumal die besondere Situation von den Mitarbeitern „enorme Flexibilität“ verlange. Daher ist er froh, dass Briesch die Leitung in Horath zusätzlich übernommen hat. Briesch gehe „naturnah und partizipativ“ mit Kindern um, die er an Entscheidungen mitwirken lässt. Ein auch für Horath in Richtung naturnah geplantes Konzept werde bereits erarbeitet: „Wir möchten, dass die Kita so attraktiv wird, dass Kinder bewusst entscheiden: ich gehe nach Horath.“ Damit spricht er ein weiteres gemeinschaftliches Ziel an: dass auch Kinder aus Gräfendhron und Merschbach weiterhin die Kita Horath besuchen (siehe Hintergrund).

 Briesch selbst nennt drei Schwerpunkte für die Kita: die Selbst- und Mitbestimmung der Kinder, eine möglichst frühe Entwicklung eines Demokratieverständnisses und eine naturnahe Erziehung. Als „Quereinsteiger“, der früher ein Weingut bewirtschaftete, sieht der Erzieher die Nähe des Dorfes zum Wald dabei als Vorteil: „Wir werden sehr viel draußen in der Natur machen.“ An der zusätzlichen Aufgabe habe ihn vor allem die Möglichkeit gereizt, sich gegenseitig ergänzen zu können. So könnte etwa eine Horather Waldgruppe im Rahmen der jährlichen Waldwochen in Wintrich mit den Kindern dort zusammenarbeiten. Ebenso denkbar sind für Briesch aber auch Kooperationen mit benachbarten Kitas.

Jeweilige Angebote vor Ort könnten wechselseitig genutzt werden. Dass dafür dann beispielsweise Fahrdienste zu organisieren wären, sieht er nicht als Hürde, sondern als Ansporn: „Ideen und Visionen sind wichtig.“ Das gesamte Team brenne für die Idee, „etwas ganz Neues zu machen“, worin sie die breite Unterstützung von allen Seiten, von den Gemeinden wie von Eltern, zusätzlich bestärke.