Das Vitelliusbad wird umgebaut. Wie kommen die Vereine mit der Umbauphase zurecht?

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus dem Archiv: Oktober 2019 : Wittlicher Vitelliusbad wird umgebaut - Geht Nachwuchsarbeit baden?

Die Wogen in Wittlich schlagen weiter hoch. Zahlreiche Vereine nutzen das Vitelliusbad für ihre Aktivitäten. Doch wie wollen diese die auf zwei Jahre geschätzte Umbaupause bewältigen?

Der geplante Umbau des Wittlicher Schwimmbades ist derzeit eines der brisantesten Themen der Stadt. 500 Personen waren zu einer Bürgerversammlung ins Eventum gekommen, um über das Projekt zu diskutieren. Bleibt es bei den derzeitigen Plänen, würden Hallenbad und Freibad wegen der Arbeiten für etwa zwei Jahre geschlossen.

Das wirkt sich auch auf die Vereine aus Wittlich und dem Umland aus, die im Breitensport Schwimmkurse für Anfänger und für leistungsorientierte Sportler anbieten. Neun Vereine und Institutionen zählt Rainer Stöckicht von der Stadt Wittlich neben den Schulen auf Anhieb auf, die die Bäder für ihr Angebot nutzen. Das Spektrum reicht von der DLRG bis zur Bereitschaftspolizei und vom PSV Wengerohr bis zur Justizvollzugsanstalt. Hinzu kommen punktuelle Angebote wie Lehrerfortbildungen und Aqua-Fitnesskurse. Wie gehen die betroffenen Vereine damit um?

DLRG Ortsgruppe Wittlich „Wir können unser Vereinsangebot nicht aufrecht erhalten“, sagt der Vorsitzende Matthias Pauly. Aufgrund fehlender adäquater Ausweichmöglichkeiten müsse die DLRG während der Bauzeit das Angebot für Kinder und Jugendliche einstellen. Donnerstagabends nehmen derzeit zwischen 18.30 Uhr und 21 Uhr bis zu 150 Aktive an den Kursen des DLRG teil, von den Kindern, die ihr Seepferdchenabzeichen erwerben wollen bis hin zu Sportlehrern und Polizeibeamten, die das Rettungsabzeichen in Bronze benötigen, sagt er. Pauly möchte sich während der Zeit des Umbaus darauf konzentrieren, Alternativen für die bis zu 30 Ausbilder zu suchen, die zum Teil im jugendlichen Alter seien. „Ich befürchte, die orientieren sich sonst weg.“ Für diese sucht er Möglichkeiten in den umliegenden Bädern.

Wittlicher Turnverein Etwa 50 Aktive hat die Schwimmabteilung des WTV. Abteilungsleiterin Maria Kessler hat zu Beginn der Beratungen Kontakt nach Bernkastel-Kues aufgenommen, um abzuklären, welche Kapazitäten es in den dortigen Bädern gibt. Derzeit ruhen die Verhandlungen, weil der Baubeginn nicht feststeht. „Sobald wir ein Signal bekommen, wann es losgeht, intensivieren wir die Gespräche“, sagt sie. Ein anderes Bad sei für die Abteilungsleitung und die Aktiven eine „logistische Herausforderung.“

Polizeisportverein Wengerohr Claudia Pütz, Geschäftsführerin des PSV Wengerohr, setzt für ihre rund 100 aktiven Schwimmer ebenfalls auf eine Kooperation mit der SFG Bernkastel-Kues. „Wir haben in Bitburg und Traben-Trarbach nachgefragt, leider ohne Erfolg“, sagt sie. Die von dort angebotenen Zeiten wie Samstagabend oder spätabends seien speziell für Kinder und Jugendliche nicht realisierbar. Die fünf- und sechsjährigen Kinder im PSV könnten ihr Seepferdchen weiterhin im Haus Maria Grünewald erwerben. „Doch die Kinder haben anschließend keine Möglichkeit, weiter zu schwimmen“, sagt sie.

IG Klettern/Eifel-Explore Die örtliche Niederlassung in Niederscheidweiler des fränkischen Vereins IG Klettern/Eifel-Explore ist ebenfalls im Breitensport aktiv. Norbert Krämer will sich darum bemühen, in umliegenden Bädern Termine zu bekommen. Doch das sei nicht einfach: „Die warten nicht auf uns. Die Termine sind eng“, sagt er. „Wir hängen gewissermaßen im Schacht.“ Er drückt alle Daumen, dass es bei der kalkulierten Bauzeit bleibt und sich diese nicht zeitlich verzögert und damit länger wird als nötig. „Sonst wird es schwer, das Überleben des ein oder anderen Vereins oder einer Abteilung zu sichern.“

Mehr von Volksfreund