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Das war's: Wittlichs Kämpfer für Apotheken-Notdienst gibt auf

Das war's: Wittlichs Kämpfer für Apotheken-Notdienst gibt auf

In Sachen Apotheken-Notdienst treibt den Wittlicher Herbert Daufenbach seit Jahren eins um: Er will durchsetzen, dass in der Kreisstadt Wittlich immer eine Apotheke Notdienst hat. Nach einem Scheitern im Mainzer Petitionsausschuss gibt er auf.

Wittlich. "Es hat nichts gebracht". Das hat Herbert Daufenbach schon 2006 gesagt. Im sozusagen verflixten siebten Jahr seines Kampfes dafür, dass immer eine von Wittlichs Apotheken Notdienst hat, gibt er jetzt vollends auf. Damals hatte er sich mit einer Neuregelung aus dem Jahr 2005 nicht abfinden wollen.
Seither gilt für den, der Medikamente braucht: Hat eine Apotheke Ladenschluss, regelt ein täglich wechselnder Notdienst, welche andere Apotheke helfen kann. Alle 13 Tage muss eine Apotheke diese Sonderschicht schieben, weshalb man Wittlich auch schon mal verlassen muss, wenn man dringend ein Medikament braucht.
Herbert Daufenbach hat dazu Statistiken erstellt, Notdienstpläne verglichen und dokumentiert, wann man zum Beispiel nach Hetzerath, Kröv, Salmtal, Traben-Trarbach, Binsfeld, Lieser, Ürzig, Manderscheid oder Föhren fahren muss, wenn Krankheit nach Ladenschluss das verlangt. Das findet der Wittlicher, der vor seinem Ruhestand selbst lange für eine große Krankenkasse gearbeitet hat, äußerst unbefriedigend. "Da muss es doch eine Lösung geben!", hat er gewettert, als die Neuregelung kam.
Er begann zu schreiben: an Landtagsabgeordnete, das Ministerium, auch einmal an Kurt Beck, an den Bürgerbeauftragten. Und es gab einen Etappensieg: Exklusiv kann man seither in Wittlich sicher sein, dass immer sonntags eine Apotheke bereitsteht. Das hat die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, die für den Apotheken-Notdienst zuständig ist, vor mehr als sieben Jahren möglich gemacht.
Doch Herbert Daufenbach wollte mehr und schrieb weiter, zum Beispiel an den Bürgerbeauftragten Dieter Burgard. Der kommt ebenfalls aus Wittlich und antwortete mit seiner beruflichen Mainzer Adresse zuletzt im Mai.
Dabei verweist Burgard auf seine anderen Briefe vom Januar und März 2012, die zweimalige Post vom Januar 2013 und teilt Daufenbach mit: "Auch der Petitionsausschuss sah nach der nochmaligen Überprüfung Ihrer Angelegenheit keine Möglichkeit einer einvernehmlichen Lösung."
Auch auf den ebenfalls letztendlich erfolglosen Einsatz der Stadtverwaltung in dieser Angelegenheit verweist der Bürgerbeauftragte. In einem seiner Schreiben an Daufenbach heißt es, der Bürgermeister "könne weder einen Geschäftsinhaber noch einem Arzt und somit auch nicht den Apothekern Öffnungszeiten oder Bereitschaftszeiten vorschreiben." sos