Das Wetter und seine Propheten

Es hat viel geregnet in den vergangenen Wochen. Und ungemütlich kalt war's auch. Zu nass und kalt für die Reben? Nein, auch wenn nach jedem vermeintlich "ungewöhnlichen Wetterereignis" manche Zeitgenossen gleich das Schlimmste befürchten.

Als es kürzlich schneite, sorgten sich einige gar um die Weinernte 2008. Das ist natürlich völliger Unsinn. Was der Rebe schaden kann, das sind extrem harte Winterfröste mit Temperaturen deutlich unter Minus 15 Grad, vor allem aber Spätfröste, wenn die Reben bereits ausgetrieben sind und die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. Die sogenannten Eisheiligen Mamertus, Pankratius, Servatius und Bonifatius sowie die "Kalte Sophie" vom 11. bis 15. Mai haben daher bei Winzern und Bauern eine ganz besondere Bedeutung. Haben die Pflanzen diese Tage, an denen es zumindest in früheren Jahrzehnten oft einen Kälteeinbruch gab, überstanden, gibt's eine Sorge weniger. Auch wenn das Frühjahr bislang nicht so erfreulich verlief und die Reben etwas später als sonst grün werden: Der Zeitpunkt des Rebaustriebs, ob früh oder spät, lässt überhaupt keine Aussage über die zu erwartende Qualität des neuen Jahrgangs zu. Dies ist erst frühestens mit der Rebblüte möglich. Und bis dahin dauert es noch einige Wochen. Wird's in Kürze richtig warm, vielleicht sogar heiß, dauert es nicht lange, bis sich einige Menschen sorgen, die Reben könnten womöglich verbrennen.

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