Dat Läwwe an und für sich

Der Theaterverein Reil lockte über 250 Besucher zum ersten Reiler Mundartabend in die Turnhalle. Die Zuhörer waren von den Darbietungen in moselfränkisch begeistert.

Reil. Moselfränkisch ist nicht nur ein Stück Heimat, sondern auch eine Philosophie. Dies stellte Ortsbürgermeister Artur Greis fest, der gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Theatervereins Reil, Markus Linden, die vielen Mundartfreunde in der Turnhalle Reil begrüßte. Der Ortsbürgermeister widmete den Mundartabend dem kürzlich verstorbenen Arbeitskreismitglied Karl Holländer, auf dessen Initative der Mundartabend in das Programm der 1000-Jahr-Feier der Gemeinde aufgenommen worden war. Dass Mundart zur Zeit wieder "in" ist, bestätigte Vorsitzender Markus Linden. Seit 1991 spielt der Theaterverein Reil seine Stücke nur noch in Mundart - und das mit großem Erfolg.Durch das Programm des Abends führte Raimund Roos. Gleich zu Anfang des Abends war es das Duo "Nochäs" - Corinna Röhl (Kröv) und Andrea Comes (Reil) -, das mit eigenen Liedern aus der Moselregion gleich für die richtige Stimmung im Saal sorgte. Agnes Wilhelm begeisterte mit der "good aal Zeit" und erinnerte an die Schwierigkeiten einer Familie mit fünf Kindern, ehe Rosel Beitzel (Kröv) die Zeit mit einer Kuh in Erinnerung rief. Gekonnt der Vortrag von Werner Pohl (Kinheim) "Dat Läwwe an und für sich": Der Interpret zeigte große und kleine Fehler im "Läwwe" auf, sprach einige Unzulänglichkeiten und Unmöglichkeiten an und gab Anekdoten aus dem "Läwwe" preis. Rudolf Hochscheid (Reil) stellte sein eigens für die 1000-Jahr-Feier in Reil geschaffenes Werk "Moselfränkisches Wörterbuch" (Reiler Platt) vor. Er spricht in dem Buch von "Reilern im Dialekt" über das "Reiler Dialekt".Einer der Höhepunkte des Abends war dann der Vortrag von Ignatz Rieth (Kinheim), der die "Klääne" auf die Schippe nahm und mit seinem Mundartvortrag "Festscha hei und doa" die Vielzahl der jährlichen Feste in der Region einer kritischen Prüfung unterzog. Der Hunsrück-Cowboy Martin Weller (Idar-Oberstein) präsentierte Lieder, Sketche und Anekdoten.Am Ende gab das Duo "Nochäs" noch die bekannten Lieder "An der aale Wingertsmauer" und "Deppekoche". Für Ortsbürgermeister Artur Greis war klar, dass dem ersten Reiler Mundartabend weitere folgen werden.