Kolumne : Datenbank Liss

Ich will ja nichts sagen,

ich will ja nichts sagen, aber nichts geht mir derzeit mehr auf die Nerven als dieses neue Datenschutzdingsbums. Mein Getränkelieferant, meine Schönheitsberaterin, mein Zahnarzt, meine Telefonfirma, alle wollen sie, dass sie mich weiter anrufen dürfen und erzählen mir, dass sie niemand Fremden mitteilen, welches Klopapier ich mir immer nach Hause liefern lasse.

Also offen gesagt, Datenschutz hin oder her, man kann es mit der Bürokratie auch übertreiben. Ich habe mir als moderne Frau ja überlegt, auch mal einen Blog zu machen, oder wie man das im Internet nennt, wenn da einer auf seiner Seite was zu sagen hat. Früher hat man sich auf den Marktplatz gestellt und laut gerufen, damit es jeder hört. Heute geht das nicht mehr, weil keiner mehr da rumläuft. Die hängen alle vorm Computer und lesen Blogs. Wenn ich jetzt also demnächst meinen geplanten Kartoffelkloß-Blog ins Internet bringen will, muss ich wegen der Datendings erst mal einen Rechtsanwalt teuer bezahlen, damit alles richtig ist.

Ich kann es natürlich auch anders machen. Da setze ich mich abends auf meine Bank vors Haus, so wie in den Mittelmeerländern, wo die Urlauber das alle so romantisch finden, und maiie mit den Leuten, die vorbeikommen. Und ganz ehrlich, da erfährt man Sachen, die stehen im Internet nirgends: Wer gerade neu mit wem und warum und wer nicht mehr und überhaupt. Und eines kann ich euch sagen: Die Daten, die ich da von den Leuten erfahre, die speichere ich nur in meinem Gehirn. Das ist total sicher, da kommt keiner ran. Oh, meine Nachbarin, ob die auch schon gehört hat, dass…,

meint eure Liss.