"De Höhner" lassen es mächtig krachen

"De Höhner" lassen es mächtig krachen

In der proppevollen Baldenauhalle haben "De Höhner" ihre Morbacher Fans begeistert. Und das nicht nur mit ihren altbekannten Klassikern, sondern auch mit für die Kölner ungewohnt leisen Tönen.

Morbach. Mit strahlenden Mienen drängelt sich alles vor der Bühne. Wer hier einen Stehplatz ergattert hat, kann sich glücklich schätzen. Immerhin sind an diesem Abend ungefähr 1000 Menschen in die Baldenauhalle geströmt. Einige haben sogar ihren Nachwuchs mitgebracht, der ganz vorn am Absperrgeländer herumhangeln darf. Denn die "Höhner" sind nun einmal was für Musikfreunde jeden Alters. Die kölsche Stimmung lässt daher auch nicht lange auf sich warten. Schon beim dritteln Lied schunkelt der ganze Saal begeistert mit zu dem Höhner-Klassiker "Schön, dass du wieder da bist". "Wo mir sin is Kölle"

Die Musiker lassen erst gar keine Zweifel aufkommen: "Wo mir sin is Kölle!" Die Herzen der Damen erobern sie im Nu. Und das nur, weil sie ausplaudern, welches Gastgeschenk sie am liebsten mitbringen. Zwar dürften Blutwurst und Kölsch nicht alle weibliche Wesen dahin schmelzen lassen. Dafür aber der nach einem fachmännischen Rundblick angefügte Kommentar der Musiker "und lecker Mädchen sind ja schon da". Spätestens beim Handballerlied "Wenn nicht jetzt, wann dann" beginnt die Stimmung allmählich so richtig zu brodeln. Selbst auf den absoluten Renner der Band müssen die Fans in Morbach nicht verzichten. Allerdings sparen sich die Höhner ihr "Viva Colonia" wie auch "Die Karawane zieht weiter" für die Zugaben auf, für die sie insgesamt viermal noch auf die Bühne gerufen werden.Edith Schommer, schon zum siebten Mal bei den Höhnern zu Gast, ist begeistert vom Hunsrück-Gastspiel: "Es war spitzenmäßig, eine ganz tolle Stimmung." Die Musiker seien ihrer Meinung nach einfach sympathisch und natürlich. Gut gefallen haben ihr auch die Lieder der neuen Höhner-CD. Nur beim Thekenservice noch Verbesserungs-Bedarf

Die zeitkritischen Texte in Richtung Umwelt hätten richtig Sinn gemacht, findet Edith Schommer. "Aber danach haben sie es richtig krachen lassen", freut sich die Morbacherin, dass die Band zum Abschluss ihre Gassenhauer zum Besten gegeben hat. "Ein rundum schöner Abend", lautet daher ihr Fazit. Thomas Alberts kann das nur bestätigen: "Das war einwandfrei, absolute Spitze." Es sei ihm gar nicht so bewusst gewesen, dass die Höhner auch außerhalb des Karnevals Hörenswertes zu bieten haben. Erstaunlich findet er auch, dass die seit 35 Jahren aktiven Musiker eine derart überzeugende Performance auf der Bühne bringen. Schade sei an diesem tollen Abend nur der "unglaublich miserable Thekenservice" gewesen. Aber, so versichert der Morbacher: "Das hat der Stimmung keinen Abbruch getan." Doch beim Auftritt einer solchen Gruppe sollte doch schon "vernünftiges Personal" hinter der Theke stehen, findet Alberts. Die Morbacher Ortsvereine bekämen den Service jedenfalls sehr viel besser hin.

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