Defizit trotz bescheidener Pläne

GORNHAUSEN. (urs) Die Gornhausener backen in diesem Jahr nur kleine Brötchen. Dennoch wollen sie sich etwas gönnen – den Kauf der ehemaligen Elektromühle, die zu einem Museum werden soll.

Der Ausbau von Haupt- und Nebenstraßen ist abgeschlossen. Und das bei einem beachtlich niedrigen Schuldenstand der Gemeinde. Dennoch stürzt sich Gornhausen nicht unüberlegt in neue Projekte. Stehen doch zuallererst noch die bereits für 2005 anvisierten Projekte auf der Wunschliste der Hunsrückgemeinde. So soll das Bürgerhaus nach der Erneuerung der Toiletten einen neuen Innenanstrich erhalten. "Das wollen wir in Eigenleistung machen", sagt Ortsbürgermeisterin Inge Schell. Ungewöhnliche Anschaffung

Die Arbeiten sollten in jedem Fall "richtig gemacht" werden und "nicht einfach nur Farbe drauf", so Schell. Der Topf, der dafür im Haushalt vorgesehen ist, ist mit rund 4500 Euro noch gut gefüllt. Abgesehen von diesen schon lange geplanten Arbeiten, können sich die Bürger allmählich auf eine ungewöhnliche Neuanschaffung der Gemeinde freuen. Für einen Betrag von 10 000 Euro hofft Gornhausen die ehemalige Elektromühle in der Nähe des Bürgerhauses erwerben zu können. Das genossenschaftliche Anwesen war in den Jahren 1946 bis 1949 von ursprünglich 48 Mitgliedern errichtet worden. Nach Auflösung der Genossenschaft ist die Gemeinde dank Schenkungen mittlerweile im Besitz von knapp 50 Prozent der Mühle, die noch über ein komplettes Mahlwerk verfügt. Wegen der intakten Innenausstattung soll das Gebäude zum Museum umfunktioniert werden, in dem zum Beispiel alte Arbeitsgerätschaften ausgestellt werden sollen. Abgesehen von diesem Vorhaben prägt den Gornhausener Haushaltsplan für das Jahr 2006 vor allem der Ausgleich des Defizits aus 2004. Die 23 600 Euro wandeln das ansonsten ausgeglichene Ergebnis der Gemeinde in ein Minus von 7700 Euro um. Doch es gibt auch erfreuliche Zeichen. So etwa das aus dem Forst erwartete Plus von 8300 Euro. Oder die Schlüsselzuweisungen, die mit 39 000 Euro um mehr als 10 000 Euro über denen der Vorjahre liegen. Negativ für die Gemeinde ist nur, dass sich auch die Umlage an Kreis und Verbandsgemeinde um rund 9000 Euro erhöht. Mit der Anpassung der Steuerhebesätze schließt sich die Gemeinde in Nachbargemeinden bereits üblichen Werten an. So erhöht sich die Grundsteuer für land- und forstwirtschaftliche Betriebe von 255 Prozent auf künftig 270. Die Grundsteuer B steigt von 290 auf 320 und die Gewerbesteuer von 330 auf 350 Prozent.