Deftige Sitten und alte Bräuche

Über die legendäre Hof Hauer St. Anna-Kirmes gibt es viele lustige, skurrile und schöne Anekdoten zu erzählen. Der TV hat Zeitzeugen gefragt und einige Geschichten zusammen gestellt.

Schon früher wurde in Hof Hau gerne gefeiert. Foto: privat

Hof Hau. Der TV berichtete in dieser Woche von der Geschichte der vielerorts bekannten und beliebten Hof Hauer Kirmes. Klaus Schmitz, ehemaliges Mitglied im Festausschuss, sein Sohn und andere Landscheider Zeitzeugen wissen hiervon noch viel zu erzählen: Da war beispielsweise die Sache mit der Männertoilette: Im Gegensatz zu den Frauen, die eine halbwegs manierliche Toilette hatten, mussten die Männer ihre kleine Notdurft in eine, vom Boden etwas höher gelegte Dachrinne verrichten, deren Inhalt dann vom Festgelände abgeleitet wurde.

Mit zunehmendem Alkoholpegel gelang das den meisten männlichen Besuchern aber nicht mehr und viele nutzten das angrenzende Getreidefeld für ihr Geschäft.

Bis der Bauer, dem das Feld gehörte, sich beim Veranstalter beschwerte. Kurzerhand fand man hier die geniale Lösung: Rund um das Feld wurde ein unter Strom gelegter Draht gespannt und zu späterer Stunde hörte man nicht selten einen lauten Schrei.

Martin Schmitz weiß noch genau, dass er als Kind immer wie wild darauf war, morgens früh aufzustehen, um den Männern beim Aufräumen zu helfen. Nicht, weil er das so gerne machte - nein, mit einem Metall-Rechen haben die Kinder das Geld aufgesammelt, das betrunkene Festgäste vor der Theke verloren hatten, und das war oft nicht wenig.

Auch bot sich das hohe Kornfeld für das ein oder andere Schäferstündchen einiger Paare bestens an und die daraus entstandenen Beziehungen haben teilweise noch bis heute Bestand.

Oder da war das "gestandene Mannsbild", das nach kräftigem Feiern im Freien übernachten wollte und, als ein Gewitter aufzog, mitten in der Nacht beängstigt in einem Haus in Hof Hau um Unterschlupf bat, mit der Begründung, er habe solche Angst vor Gewittern.

Männliche Gäste, die zu später Stunde zu tief ins Glas geschaut hatten und ihrer Orientierung und Gehgewalt nicht mehr mächtig waren, wurden zur Ausnüchterung kurzerhand einige Zeit an einen Holzpfahl, der zwischen dem Zelt und dem Bierpavillon stand, gebunden.

Die Kirmes ist in diesem Jahr am Montag, 28. Juli, ab 16 Uhr, am Spritzenhaus.