Delfine sollen helfen

HEIDENBURG. Michelle Hoffmann ist neun Jahre alt und leidet unter Frühkinder-Autismus. Warum das so ist, wissen ihre Eltern bis heute nicht. Deshalb setzen sie all ihre Hoffnungen in eine Delfin-Therapie, die dem Mädchen einen Entwicklungsschub geben soll. Um die Therapie zu finanzieren, wurde bei Dolphin aid ein Spendenkonto eingerichtet.

Michelle lebt in ihrer eigenen Welt, reagiert auf bestimmte Geräusche, wie klappernde Teller, auf die Elektromotorengeräusche der Waschmaschine, oder auf das Abbremsen der Schleuder. Hin und wieder sagt sie, "guck mal Spielzeug, gehen wir mal gucken", und zieht sich im nächsten Moment dann wieder in ihre Welt zurück. "Dann kommen wir nicht mehr an sie ran", sagt ihre Mutter Narine Hoffmann. Warum das alles so ist, wissen ihre Eltern bis heute nicht. Michelle wird als zweites Kind nach einer normalen Schwangerschaft geboren. Da sie immer "so komisch" herumsaß und merkwürdige Piepsgeräusche von sich gab, empfahl eine Nachbarin, einen Kinderarzt aufzusuchen. Entwicklungsverzögerung lautete die Diagnose des Arztes. Michelle würde in jedem Falle immer zwei Jahre zurück bleiben. Eine anschließende Ergotherapie blieb ebenfalls ohne Erfolg. Nach intensiver Beobachtung äußerte die Trierer Kinderfrühförderung und Elternberatung einen Verdacht auf Frühkinder-Autismus. "Das haben wir ganz schwer verkraftet", sagt die gebürtige Armenierin, die seit dieser Zeit mit Depressionen zu kämpfen hat. Auch in der Trierer Gehörlosenschule kam man mit Michelle nicht zurecht. "Nach einem Jahr hat man uns in einem Gespräch mitgeteilt, dass sie nicht helfen können", beschreibt sie weiter ihre hilflose Situation. Neue Hoffnung machte der Familie die Schulintegrationsassistentin Susanne Oganowski. Seit gut einem Jahr begleitet sie Michelle täglich in die Heidenburger Grundschule. "Sie hat Fortschritte gemacht. Manchmal kommt sie in unsere Welt zurück", schildert Narine Hoffmann. Doch diese Momente sind nicht von langer Dauer. "Frau Oganowski hat uns deshalb zu einer Delfin-Therapie geraten", erklärt sie. Mit dieser Behandlungsmethode sollen Sprache, Wachstum, Motorik, Wahrnehmung, und das soziale Verhalten verbessert werden. 15 000 Euro werden zwei bis drei Wochen Therapie in Florida oder Curacao kosten. Organisiert wird die Therapie von Dolphin aid in Düsseldorf. "Die Therapie setzt da an, wo die klassische Schulmedizin versagt", erklärt Wolfgang Heinzel von Dolphin aid, der weiter ausführt, dass das Ziel sei, "die Entwicklung der Patienten zu beschleunigen, die Lebensqualität zu verbessern und die Schritte zu einer positiven Rehabilitation einzuleiten". 1500 Euro sind notwendig, um bei der Düsseldorfer Hilfsorganisation auf die Warteliste zu kommen. "Sobald wir die Hälfte des Geldes zusammen hätten, sollen wir uns wieder melden", hofft die verzweifelte Mutter nun auf Spenden. Die Ortsgemeinde unterstützte die Familie sofort mit 2500 Euro. Weitere Informationen: www. dolphin-aid.de. Spendenkonto bei der Sparkasse Düsseldorf, Konto 20002424, BLZ 30050110 (Stichwort Michelle Hoffmann)