Dem Wind auf die Spur kommen

Der Windweg bei Heidenburg wird kommende Woche eröffnet. Fünf Kilometer ist er lang und soll das Phänomen Wind erklären und Sympathie für die Windkraft wecken. Angestoßen hat das Projekt ein Lehrer aus Berglicht.

Heidenburg/Berglicht/Breit/Büdlich/Schönberg. Wie groß ist das Rotorblatt eines Windrads? Wie entsteht ein Orkan? Und wie kann der Wind als Gärtner fungieren? All diese Fragen wird der Windweg, der nächste Woche am Samstag eröffnet wird, beantworten.
Fünf Kilometer lang schlängelt sich der Pfad durch die Landschaft. Er verbindet die fünf Orte Heidenburg, Berglicht, Breit, Büdlich und Schönberg, bietet schöne Ausblicke und vor allem Einblicke in die Welt der Windkraft. An elf Stationen wird Besuchern mit Hilfe von Infotafeln das Thema nähergebracht. Für die kleinen Wanderer erklärt die Comicfigur Erni Wind, was Sache ist. Doch neben Worten und Bildern gibt es auch Exponate zum Ausprobieren und Anfassen. Herzstück des Wegs ist ein Rotorflügel, der ausgestellt wird. Der Gigant misst 37,5 Meter und wiegt 6,5 Tonnen.
Wer den Kraftmesser - ein Spielgerät, das aussieht wie ein Mini-Rotor - dreht, fühlt, wie viel Kraft der Wind bei einer Geschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde auf die Rotorblätter überträgt. An einer Fotowand können sich die Besucher ablichten lassen, wie sie in schwindelerregender Höhe auf einer Anlage stehen, aber tatsächlich doch nur den Kopf durch die Wand stecken. Eine riesige Wäscheleine zeigt, wie der Wind im Alltag genutzt wird.
Idee entsteht bei Dorfmoderation



"Ziel ist es, die alltäglichen Phänome Wind und Windkraft zu erklären und Interesse dafür zu wecken", sagt Jutta Koch, Pressesprecherin der Firma ABO Wind AG. Das Wiesbadener Unternehmen, das in der Verbandsgemeinde Thalfang 14 Windräder aufgestellt hat, hat den Weg mit der Unterstützung örtlicher Unternehmen errichtet und konzipiert. Koch: "Wir möchten uns auf diesem Weg für die langjährige und gute Zusammenarbeit bedanken."
Die Anregung zum Windweg hat die Firma aus Berglicht erhalten. Dort hatte der Lehrer Edgar Manz den Vorschlag für einen solchen Themenweg im Rahmen der Dorfmoderation gemacht. Manz sagt: "Bei der Dorfmoderation ist die gut angekommen. Auch der Ortsgemeinderat hat wohlwollend dahintergestanden. Die Firma war sehr aufgeschlossen." Mit großem Engagement hat der Lehrer das Projekt weiterverfolgt. Die Nachbargemeinden, die Verbandsgemeindeverwaltung Thalfang und der Forst wurden mit eingebunden. Es gab zahlreiche Begehungen und Diskussionen mit erfreulichem Ergebnis. Manz: "Wir stehen alle voll hinter dem Projekt."
Und die Kosten? Dazu meint Koch: "Wie das mit Geschenken so ist: Man macht das Preisschild ab, bevor man es übergibt." Das Unternehmen habe vor allem Herzblut in dieses Projekt investiert, an dem es eineinhalb Jahre lang gearbeitet habe. Der Hunsrücker Windweg sei eine Premiere. Denkbar sei es, dass die Firma in abgewandelter Form an diese Arbeit anknüpfe, wenn sich andere Gemeinden für dieses Konzept begeistern würden.Extra

Der Windweg wird am Samstag, 29. September, eröffnet. Die Bewohner der umliegenden Gemeinden sind dazu zwischen 14 und 18 Uhr eingeladen. Einige Vereine sorgen für Kaffee und Kuchen, zudem gibt es Getränke und Würstchen vom Grill. Außerdem stehen eine Windweg-Rallye für Kinder und ein Luftballonwettbewerb auf dem Programm. Zudem wird Rudi, der Windclown, seinen Schabernack treiben. Der Treffpunkt liegt bei der Kreuzung von K 76 und K 77 zwischen Heidenburg und Berglicht. mai

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