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Demografischer Wandel macht Schulen zu schaffen

Demografischer Wandel macht Schulen zu schaffen

Die Zahl der Fünftklässler im Kreis Bernkastel-Wittlich nimmt stetig ab. Waren es vor drei Jahren - Schuljahr 2012/13 - noch insgesamt 1067 Anmeldungen, so reduzierte sich die Zahl 2013/14 auf 1021. Aktuell verbucht die Kreisverwaltung 956 Anmeldungen für das kommende Jahr. Einen Grund für den Rückgang der Schülerzahlen sieht die Behörde im demografischen Wandel.

Bernkastel-Wittlich. Schulleiter Stefan Philippi freut sich. Denn die Anmeldezahlen der Fünftklässler an der Integrierten Gesamtschule Morbach sind konstant. Und das bereits seit vier Jahren. Warum? "Wir haben in unserem Einzugsgebiet nun einmal keine Mitbewerber", sagt Philippi. Wenn es nach ihm ginge, würde er noch mehr Schüler zulassen. Dafür reichen die Kapazitäten jedoch nicht aus: Bei einer Vierzügigkeit - das entspricht vier Klassen - könnten nur 112 Anmeldungen pro Jahrgang angenommen werden. Mehr Klassenzüge würde eine Verwaltungsvorschrift nicht erlauben, so Philippi. 2015 könnte es dann aber schon anders aussehen. Dann werden in Absprache mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD Trier) - der Schulaufsicht - nur 100 Schüler akzeptiert. Denn: je kleiner die Klassen, desto intensiver die Arbeit.
Gymnasium legt zu


Auch die Integrierte Gesamtschule Salmtal kann für dieses Schuljahr einen positiven Zuwachs (sechs Neuanmeldungen) verbuchen (siehe Grafik). Doch nicht alle weiterführenden Schulen können sich über positiven Zulauf freuen. Von den 13 weiterführenden Schulen vermelden sechs sinkende Anmeldezahlen. Darunter das Gymnasium Traben-Trarbach. Dort sind bislang 49 Kinder gemeldet. Das sind 21 Schüler weniger als im vergangenen Jahr und das bedeutet, dass die Schule nur zwei Eingangsklassen haben wird. Grund zur Beunruhigung gibt es aber nach Auskunft der Schulaufsicht nicht. Es fehle hier nicht an mangelndem Zuspruch. Die Zahl der zu verteilenden Schüler in der Region sei in diesem Jahr eben nicht so groß gewesen, heißt es.

Auch an der Erbeskopf-Realschule plus Thalfang sind 20 Mädchen und Jungen weniger als im Vorjahr angemeldet. Es reicht nur noch für zwei Eingangsklassen. Rektorin Sabine Becker begründet dies mit kleiner werdenden Jahrgängen. Zum Vergleich: 2006 wurden noch 72 Kinder eingeschult. Zudem gibt es in Morbach und Hermeskeil inzwischen Gesamtschulen, die für manche Eltern eine Alternative zu einer Realschule plus sind.
Vier Klassen an zwei Orten



Bei den Realschulen hebt sich die Realschule plus Traben-Trarbach positiv ab: Dort ist die Zahl der Anmeldungen gleich geblieben (42). Im Vergleich zu den anderen Bildungsstätten gibt es einen leichten Rückgang bei der Kurfürst-Balduin-Realschule Wittlich, den Realschulen plus Neumagen-Dhron, Bernkastel-Kues sowie Manderscheid.
Wesentlich mehr Anmeldungen hat das Peter-Wust-Gymnasium (PWG) in Wittlich vorzuweisen (29 zusätzliche Anmeldungen). "Innerhalb von drei Tagen waren die Klassen voll", sagt Michael Forster, Schulleiter des PWG. Er freut sich, dass sowohl seine Schule wie auch das Cusanus-Gymnasium zum Schuljahr 2014/15 in Abstimmung mit der ADD Trier jeweils vier Klassen aufnehmen werden. Normalerweise bekomme nur eine der Schulen eine vierte Klasse.
Trotz eines Rückgangs von 29 Anmeldungen bei den Fünftklässlern bleibt das Nikolaus-von-Kues-Gymnasium Bernkastel Kues mit einer Gesamtschülerzahl von 1068 (Stand: 2013/14) weiterhin die größte weiterführende Schule im Kreis.