Demonstration am Saubratenstand

Das "Bündnis für die Schließung des Schlachthofs Wittlich" hat für den 15. August eine Demonstration in Wittlich angekündigt. Bei der Säubrennerkirmes wollen die Tierschützer auch auf dem Marktplatz unweit der Saubratenstände für ihr Anliegen werben.

Wittlich. Der Kirmessamstag der Säubrennerkirmes wird vermutlich anders verlaufen als andere Kirmessamstage. Das "Bündnis zur Schließung des Schlachthofs Wittlich" mit Tierschutzgruppen aus Deutschland und Luxemburg möchte in Wittlich demonstrieren. Unter anderem mit einem Protestzug von der Innenstadt zum Schlachthof im Industriegebiet. Und mit einer Kundgebung auf dem Wittlicher Marktplatz. Dort werden zur gleichen Zeit an den Ständen die ersten Schweinebraten verkauft.

Koordinierungsgespräch kam bisher nicht zustande



Von der Stadtverwaltung Wittlich, bei der die Protestveranstaltung bereits Ende Juni angemeldet worden war, war am Dienstag keine Auskunft zu erhalten. Erst am Mittwoch könne die Verwaltung etwas dazu sagen, wie Demo und Kirmes gleichzeitig stattfinden können. Auch die Frage nach möglichen Gefahren blieb ebenso unbeantwortet wie die Frage nach Vorstellungen über den Ablauf der Demonstration. Ebenso unbeantwortet blieb eine Anfrage bei der Tierrechtschutzorganisation "Save Animals" aus Luxemburg als Ansprechpartner für die Demonstration.

Harald Licht, Leiter der Polizeiinspektion Wittlich, sagte auf TV-Anfrage, dass der Veranstalter mit 40 bis 80 Teilnehmern an der Aktion rechne. Für den Protest wird derzeit im Internet geworben.

Finde die Demonstration wie vorgesehen statt, sieht Licht erhebliches Konflikt- und Gefährdungspotenzial. Zumal Demo und Kirmes teilweise gleichzeitig auf dem Marktplatz stattfinden sollen und der Protestzug den Hauptveranstaltungsort des mehrtägigen Fests auch durchqueren soll.

Licht geht davon aus, dass die für die Genehmigung der Demonstration zuständige Stadt Auflagen mache. Wie beide Veranstaltungen in Einklang gebracht werden können, sollte in einem vorbereitenden Gespräch mit dem Veranstalter sowie der Verwaltung und der Polizei geklärt werden. "Dazu ist es bisher trotz mehrerer Gesprächsangebote nicht gekommen", sagt Harald Licht. Für Ende Juli sei nun ein Termin abgesprochen worden.

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Meinung

Spagat für die Verwaltung

Perfekter gewählt könnten Zeitpunkt und Ort für die Demonstration nicht sein. Bei der Säubrennerkirmes wollen Tierschützer gegen das Schlachten von Säuen protestieren. Das ist ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht. Ob Demo und Kirmes jedoch am selben Ort stattfinden können, steht auf einem anderen Blatt. Treffen Festgäste und Demonstranten auf dem Marktplatz aufeinander, wird es brenzlig. Deshalb muss nun die Stadtverwaltung den Spagat zwischen Demonstrationsrecht und Säubrennerkirmes hinbekommen. Keine leichte Aufgabe, da die Ausrichter der Demonstration bisher nicht sonderlich zur Kooperation bereit zu sein scheinen. Ob das daran liegt, dass kalkulierte Provokation und Eskalation als probates Mittel angesehen werden, um dem Anliegen der Tierschützer Gehör zu verschaffen? h.jansen@volksfreund.de