Den Handwerkermarkt in der bisherigen Form wird es in diesem Jahr bei der Säubrennerkirmes in Wittlich nicht mehr geben.

Säubrennerkirmes in Wittlich : Abschied von einer Tradition

Mit einigen Veränderungen können die Besucher der Säubrennerkirmes 2019 rechnen. Beispielsweise gibt es den Handwerkermarkt in der alten Form nicht mehr. Aber eines bleibt unverändert.

Seit fast 70 Jahren – exakt sind es in diesem Jahr 69 – wird in Wittlich die Säubrennerkirmes gefeiert. Und es gibt Programmpunkte, die sind offenbar in Stein gemeißelt: das Säubrennerschauspiel, das Kirmesprotokoll, der Festzug und und und... Zu diesen unverrückbaren Bestandteilen des größten Volksfestes der Region gehört der Handwerkermarkt auf dem Platz an der Lieser offenbar nicht.

Handwerkermarkt Ihn wird es an gewohnter Stelle jedenfalls nicht mehr geben. Der Traditionsmarkt, der seit dem Jahr 1984 existierte, wird „in gewohnter Form nicht mehr stattfinden“, bestätigt Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich auf Anfrage.

Vor 25 Jahren sei in der Nähe des Lieserufers ein Kunsthandwerkermarkt mit Handwerkern der Gilde „Lebendiges Handwerk“ ins Leben gerufen worden. Hintergrund und Idee des damaligen Marktes sei es gewesen, das Handwerk der Zünfte vorzustellen und deren Waren anzubieten.

Für die Auswahl der Standbetreiber habe die Gilde selbst gesorgt. Doch mit den Jahren sei das „Angebot immer mehr von der Massenware verdrängt worden“, sagt Stöckicht weiter. Deshalb  habe der Kunsthandwerkermarkt später nur noch als Handwerkermarkt firmiert. Ganz verschwinden soll dieses Angebot allerdings nicht. Wer diese Waren sucht, soll teilweise auf der sogenannten „Händlerstraße“ – auf der Schloßstraße und der oberen Neustraße – fündig werden. Den Standbetreibern des Marktes seien dort  alternativ Stellflächen angeboten worden. Von alternativen Offerten weiß Marktbeschicker Karl Utzat aus dem Münsterland nichts. Aber der Hersteller von Holzbrandmalerei-Produkten, der bereits fünfmal bei der Säubrennerkirmes mit von der Partie war, bedauert, dass der Markt an der Stelle nicht mehr stattfindet. Man habe in Wittlich ein „gutes und kaufinteressiertes Publikum und einen hohen Anteil an Stammkunden“ gehabt. Auf dem Platz an der Lieser habe es immer eine bunte Mischung an Handwerksprodukten gegeben. Allerdings gibt es laut Uztat, der aus Ladbergen kommt,  immer weniger Kunsthandwerker. Und manchmal müsse man dann eben mit anderen Produkten auffüllen.

Einen Standort in der Nähe des Rummelplatzes hätte er persönlich abgelehnt. Der Trierische Volksfreund hat versucht, eine Stellungnahme von der Organisatorin des Marktes, Martina Schmitt,  zu bekommen, allerdings vergebens,

Aber was passiert am Platz an der Lieser stattdessen? Bereits im vergangenen Jahr sei am neu gestalteten Lieserufer  ein „Bereich geschaffen worden, in dem die Besucher in entspannter Atmosphäre  und trotzdem mitten im Geschehen verweilen konnten“, sagt der Pressesprecher der Stadt weiter. Das Areal soll in diesem Jahr  auf den gesamten Platz ausgeweitet werden. Die Besucher werden dort nicht nur Bier- und Weinstände vorfinden, sondern auch eine Cocktail-Lounge der Wittlicher „Whisky Burg“. Für das leibliche Wohl werden  Pasta im Parmesanlaib, mexikanische Spezialiäten, Wraps und Süßwaren angeboten. Auch der Biergarten  des „Carpe Diem“ erhält mehr Platz, um seine Gäste bewirten zu können.

Marktplatz Doch nicht nur der Platz an der Lieser bietet Überraschungen. Am Freitagabend wird es laut Pressesprecher zum Belagerungsumtrunk ein „erweitertes Bühnenprogramm auf dem Marktplatz“ geben. Nach dem Blasorchester Wittlich treten ab 22.30 Uhr zusätzlich die  „Wengert Stompers“ auf.

Rummelplatz Auch der Rummelplatz ändert sein Gesicht. Entlang der Schloßstraße entfällt der zweite Autoscooter. Stattdessen können sich die Besucher auf eine neue Attraktion freuen: Sie können sich auf dem  80 Meter hohen Kettenkarussell  „Around the World XXL“ in die Lüfte schwingen. Das Karussell ist rekordverdächtig. Stöckicht: „Ein höheres Fahrgeschäft war bislang nie in Wittlich.“ Der Kettenflieger dreht sich in einer Höhe von 80 Metern über dem Erdboden. Das verspricht atemlose Aussichten über ganz Wittlich. Erstmals auf der Säubrennerkirmes  sind zudem die Geisterbahn „Magic House“, das Hochfahrgeschäft „Night Style“ sowie die Großschaukeln „Rocket“ und Fliegender Teppich“.

App Die im vergangenen Jahr neu eingeführte Säubrenner-App wird derzeit aktualisiert. Dort werden relevante Informationen rund um das Volksfest wie Musikprogramm, Anreise, Fahrgeschäfte, Historie zu finden sein. Das gilt auch für den Busfahrplan, denn es werden aus allen umliegenden Orten Busse zur Kirmes und wieder zurück eingesetzt.

Saubraten Eines verändert sich laut Stöckicht in diesem Jahr nicht: Der Saubraten kostet weiterhin fünf Euro.

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