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Den historischen Schichten auf der Spur

Den historischen Schichten auf der Spur

Der Förderverein Wittlicher Kulturgüter bleibt dran: Nachwuchs ist willkommen.

Wittlich (sos) Sie ist eine junge Architektin, stammt aus dem Ruhrgebiet, lebte in Berlin und wohnt nun mit ihrer Familie in Wittlich. In ihrer Freizeit engagiert sie sich für ihre Wahlheimat und zwar für deren Geschichte.
Das macht Petra Korff im Förderverein Wittlicher Kulturgüter, für den sie auch Schriftführerin ist. Angefangen hat es mit dem Engagement für Burg Ottenstein/Schloss Philippsfreude. Dafür hat sie mit ihrem Mann Philipp Bourassin, ebenfalls Architekt mit Schwerpunkt historischer Bauforschung, den Grundriss rekonstruiert: "So fing es an.
Mit der Linie am Schlossplatz, um zu verhindern, dass das Schloss ganz unter die Räder kommt. Nun gibt es ja den historischen Fußabdruck in dem neu gestalteten Bereich. Das war quasi unser Vorschlag, den Christoph Heckel, BGH Plan, übernommen hat."
Warum das alles? "Ich finde es schlimm, dass so viel verschwindet, abgerissen wurde. Denn das ist ja spannend, die Schichten einer Stadt. Daraus bekommt so eine Stadt ja auch Kraft." Das haben sich 2005 auch die Gründer des Fördervereins Wittlicher Kulturgüter gedacht. Damals ging es um das Verschwinden und Vergessen der Überreste der Römischen Villa bei Wittlich. Ein Ziel des Fördervereins ist seither die Erhaltung des ehemals prunkvollsten und größten Villenbaus der Römer im Trierer Land.
Von Anfang an dabei ist der Vorsitzende Ortwin Eich. Und was einst 15 Interessenten zur Gründungsversammlung gesagt wurde: "Wir wollen die vorhandenen Teile der Villa sichtbar erhalten und in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken" - ist zum Teil geschafft.
Der Rest ist eine Dauerbaustelle sozusagen, die stetes Nachbohren braucht. Sie war auch Thema der jüngsten Versammlung des Vereins, der mittlerweile 71 Mitglieder hat und auch neue Mitstreiter gefunden hat wie den Kunsthistoriker Dr. Stefan Heinz. Die Ehrenamtler unterstützen zudem Projekte des Kulturamtes, etwa aktuell die sogenannten Lauschtouren. Dabei erzählen Menschen an besonderen Gebäuden oder Plätzen (bei Ortwin Eich und Petra Korff ist es der Schlossplatz), was sie für die Stadt bedeuten. Wen es interessiert, lädt, wenn die Lauschtour fertig ist, eine App herunter und kann sich das dann vor Ort anhören.
Da der Verein sein Herzensprojekt hauptsächlich durch Netzwerken, Präsenzzeigen, Beobachten, die Stadtpolitik Motivieren und Informieren voranbringen kann, sind neue Mitstreiter wichtig. Der Mitgliedsbeitrag kostet 15 Euro im Jahr.
Infos beim Vorsitzenden Ortwin Eich, Telefon 06571/8304.