Den Plattenern stinkt's wieder

Erneut hat die Klärschlamm-Trocknungsanlage bei Platten unangenehme Gerüche verbreitet. Der Betreiber erklärt den Vorfall mit dem Einbau der zweiten Abluft-Anlage. Er ist zuversichtlich, dass das Problem bald gelöst ist.

Platten. Plattens Ortsbürgermeister Alfons Kuhnen hat Sorgen. "Am vergangenen Wochenende waren die Gerüche von der Klärschlamm-Trocknungsanlage wieder schlimm. Unangenehm war das besonders bei der Allerheiligen-Prozession zum Friedhof, wie mir berichtet wurde."

"Der Gestank ist weg, die Skepsis bleibt": So titelte der TV Ende August zum Thema Klärschlamm-Trocknungsanlage. Offenbar zu Recht.

Dennoch hatten sich aktuell nur wenige Bürger beim Gemeindechef beschwert. Adolf Kessel, nächster Anwohner zur Anlage, hatte sich an den TV und das Bürgerbüro der Landesregierung gewandt. Er bestätigt: "Am Wochenende war es ganz schlimm. Seit Ende August hat es aber schon ein paar Mal gerochen."

Der Ortsbürgermeister war noch am Samstag zur kombinierten Klärschlamm-Trocknungs- und Biogasanlage gefahren. Er traf dort nach eigenen Angaben aber nur auf Arbeiter. Anfang der Woche erreichte er den Verantwortlichen der Betreiber-Firma Westpfälzische Ver- und Entsorgung GmbH (WVE) Kaiserslautern, Michael Krauss.

Dort erhielt er die gleiche Auskunft wie der TV. Krauss sagt: "Wir haben am Wochenende damit begonnen, die zweite UV-Lichtanlage zur Behandlung der Abluft zu montieren. Dafür mussten wir in dem Teil der Klärschlamm-Trocknungsanlage, den wir freiwillig vor Monaten stillgelegt haben, die Lüfter einschalten. Dort hat alter Schlamm gelegen, der vor sich hinfault." Das habe den Gestank verursacht.

Er habe die Zusage, dass die zweite Anlage zur Behandlung der Abluft Mitte November geliefert werde. Sie werde dann sofort montiert. Krauss ist optimistisch, dass es dann mit dem Gestank vorbei ist. Er verweist auf die bereits laufende Abluft-Behandlungsanlage: "Sie ist wirksam. Die ganze Zeit war Ruhe." Krauss hatte bereits mehrfach zugesagt, dass die Firma WVE daran interessiert sei, die Geruchsbelästigungen zu 100 Prozent zu vermeiden.

Bürger sollen Belästigung melden



Ortsbürgermeister Kuhnen will genau darauf achten, dass diese Zusage eingehalten wird. Er sagt: "Die Firma muss daran arbeiten, die Abluftbehandlung zu optimieren. Das muss besser werden als bisher." Doch dabei ist er auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen, die ihm die Geruchsbelästigungen melden.

Kuhnen fordert aber auch mehr Informationen vom Betreiber. "Ich möchte im Detail informiert werden über die Prozessabläufe." Krauss sagte dem Trierischen Volksfreund, er sei bereit, Auskunft zu geben. Extra: Wie funktioniert die Anlage in Platten? In der Klärschlamm-Trocknungsanlage wird Klärschlamm mit Hilfe der Sonneneinstrahlung und einer Fußbodenheizung, die mit der Abwärme der Biogasanlage betrieben wird, getrocknet. Dabei entsteht ein Granulat, das als Brennmaterial für Zementwerke verwendet werden kann. Die Anlage, die mit Abluftschornsteinen ausgestattet ist, besteht aus zwei Gewächshäusern von 115 mal zwölf Metern Größe. In Platten sollen, wenn der Betrieb richtig läuft, jährlich 10 000 Tonnen Klärschlamm verarbeitet werden. (mai)