Denn Musik verbindet

In Bombogen geschieht beinahe Sensationelles. Die Idee von Heiner Thiem, Jugenddirigent beim Musikverein Bombogen, klang zunächst nicht durchführbar. Er wollte zum 80-Jährigen des Vereins ein Ehemaligen-Orchester aktivieren. "Von 130 Ehemaligen seit 1962 haben sich 58 gemeldet", berichtet Mitorganisatorin Silvia Schaaf.

Wittlich-Bombogen. Die Idee war auf fruchtbaren Boden gefallen. Seit März treffen sich die "alten" Musiker aus Bombogen und von weiter her alle 14 Tage zur Probe. Kein Weg scheint zu weit. "Von Hillesheim kommt der Harry, aus Horath die Christine", berichtet Herbert Krips, der die Idee zur Namensgebung hatte. Man nennt sich "Ehemaligen-Orchester". Aus Kennfus, aus Lutzerath, von Manderscheid, von Hupperath, aus Neumagen-Dhron, von überall aus der Region stammen sie. Der älteste mit 73 Jahren ist Franz Schäfer, die jüngste mit 21 Karina Lieser, beide wohnhaft in Wittlich-Dorf. "Uus Lilli" aus Leverkusen, hat den weitesten Weg. Blumen in der Tuba

Aus der Mayener Kante kommen gleich zwei Klarinettistinnen, Brigitte und Monika. Die wiederum gehören zur musikalischen Großfamilie Teusch. Ludwig Teusch war lange Jahre Vorsitzender des Musikvereins Bombogen und wird am Samstag, 9. Juni, abends 21.30 Uhr zusammen mit seinen Kindern Brigitte, Monika, Susanne und Leo sowie Schwiegertochter Pia nach vielen Jahren musikalischer Abstinenz auftreten. "Die sind motiviert bis zum geht nicht mehr", berichtet Heiner Thiem, der als Dirigent fünf Werke einprobt. Die Instrumente hatten die Musiker meist noch zu Hause. Einige haben ihre Blasinstrumente auf eigene Kosten reparieren lassen. Geliehen wurden drei Tenorhörner, zwei Klarinetten sowie Zweitinstrumente von aktiven Musikern. Ludwig Teusch: "In meiner Tuba haben schon Blumen drin gestanden. Die ist in Kinheim geliehen und erst mal gründlich geputzt worden." Auch Oskar Herres aus Bombogen hat wieder eine Tuba zur Hand genommen. Er spielt mit drei seiner Kinder mit. Und was sagen die Musiker?: "Oh, das hier ist schöner als Klassentreffen."