Denn versprochen ist versprochen

WITTLICH. Die "große" Lösung will die FWG für Wittlichs Neustraße. Sie stellt mit einem Antrag zur Debatte, diesen Teil der Wittlicher Fußgängerzone probeweise während der Geschäftszeiten für den Verkehr zu öffnen.

Drei Sitze hat die Freie Wählergruppe (FWG) im 32-köpfigen Stadtrat. Rein rechnerisch hätte keiner ihrer Anträge eine Chance, sich durchzusetzen. Aber versprochen ist versprochen - und weil die probeweise Öffnung der Neustraße ein FWG-Schwerpunkt im Kommunalwahlkampf war, will die Fraktion das seit Jahren diskutierte Thema noch einmal auf die Tagesordnung im Rat setzen. Hoffnung macht der FWG auch die FDP, mit ebenfalls drei Sitzen. In seiner Haushaltsrede hatte deren Fraktionsvorsitzender Jörg Hosp im Dezember gesagt: "Wir sehen alle, dass in der Neustraße und verstärkt auch in der Burgstraße Geschäfte seit Jahren geschlossen sind und weitere Geschäfte schließen, so dass sich die Zahl der Leerstände kontinuierlich erhöht."Versuch statt Dauer-Diskussion

Man erlebe, dass die Diskussion um die Öffnung der Neustraße nicht enden werde. Zudem fordere auch der Verein Stadtmarketing seit Jahren, einen Versuch pro Verkehr zu starten. Dessen Vorsitzender Udo Braun führt derzeit Gespräche mit den Fraktionen. Weiter sagte Jörg Hosp: "Die FDP- Fraktion hat sich zuletzt dem Antrag auf Öffnung der Neustraße verschlossen, wir könnten uns aber - alleine um die Diskussion über dieses Thema zu beenden - vorstellen, ähnlich wie bei der Kegelbahnstraße einer zeitlichen, probeweisen Öffnung der Neustraße zuzustimmen, wenn dies im Zusammenhang mit einem vernünftigen Verkehrsleitsystem steht." Im Kommunalwahlkampf hatten die anderen Ratsfraktionen betont, weiter für die jetzige Regelung zu sein. Vor der Wahl hatte sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier eingeschaltet und Betriebe angeschrieben, um deren Meinung zu hören. Die Stadtverwaltung hat schon früher, im Jahr 2002, per Internet und Fragebogen die Öffentlichkeit befragt: Damals waren 392 für die Fußgängerzone, 107 wünschten eine probeweise Öffnung. Im Zusammenhang mit ihrem jetzigen Antrag hat die FWG die IHK um eine Einschätzung gebeten. Matthias Schmitt, Geschäftsbereichsleiter der IHK, macht in seiner Antwort deutlich, dass sich die IHK durchgängig für eine probeweise Öffnung ausgesprochen habe, so wie auch die Mehrheit der in 2004 von ihr dazu befragten Einzelhändler. Matthias Schmitt: "Hierbei sollte auch nicht vergessen werden, dass die Thematik Neustraße seit nunmehr rund zehn Jahren die Gemüter in Wittlich erhitzt. Auch aus pragmatischen Gesichtspunkten scheint es uns am sinnvollsten, durch eine probeweise Öffnung der Neustraße, quasi als ‚Experiment unter realen Bedingungen‘, die Wirkung dieser Maßnahme zu untersuchen." Außerdem trage die Verbesserung der verkehrlichen Erreichbarkeit der Innenstadt dazu bei, deren Attraktivität im Hinblick auf die Ausweitung der Verkaufsfläche großflächiger Einzelhandelsbetriebe in peripheren Lagen zu verbessern. Die FWG will die Neustraße für drei Jahre als Einbahnstraße für den Verkehr Richtung Markt geöffnet sehen, mit einem Fahrverbot zwischen 20 und sechs Uhr, ergänzt durch Kurzzeit-Parkplätze. Auch ein Teil der Trierer Straße soll umgewidmet werden. Laut Antrag soll PKW-Verkehr mit Schritttempo zugelassen werden. Der Antrag soll in der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 10. Februar, auf den Tisch kommen.

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