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Deponie Sehlem: Die Abdeckung eines Teilbereichs kostet 11,5 Millionen Euro.

Abfallwirtschaft : Abdichtung der Sehlemer Deponie wird teurer

Bei den Abfallgebühren in der Region Trier müssen die Bewohner des Landkreises Bernkastel-Wittlich am tiefsten in die Tasche greifen. Das liegt auch an der Deponie in Sehlem, wo weitere Bauarbeiten anstehen. Die Abdeckung des Westbereichs der Deponie wird 11,5 Millionen Euro kosten.

Früher war es einfach und praktisch, seinen Müll nach Sehlem auf die „Kipp“ zu fahren. Dass es jetzt, rund 47 Jahre nach Eröffnung der Mülldeponie, zu jährlichen Beitragssteigerungen von bis zu 25 Prozent bei den Müllgebühren kommen würde, hat damals niemand geahnt.

Kirsten Kielholtz, Pressesprecherin der  ART sagt: „Solche Riesenprojekte und deren Nachsorge sind Auslöser für die hohen Kosten der ART.“ Wobei die Deponie Sehlem nicht alleine für die Gebührensteigerung ursächlich ist. Weitere Faktoren, wie die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre bei den Rückstellungen oder Preisentwicklungen bei verschiedenen Rohstoffen wie beim Papier, fließen ebenfalls in die Kalkulation mit ein.

In Sehlem steht momentan die Abdichtung des rund 7,8 Hektar großen Westbereichs an. Und das wird nicht billig. 11,5 Millionen Euro sind veranschlagt. In den 1990er Jahrn wurde dort Hausmüll abgelagert. Seit 2005 ist das aber nicht mehr erlaubt, deshalb wurden ab diesem Zeitpunkt nur noch mineralische Abfälle wie Ton, Scherben, Rigipsplatten, Böden, Bauschutt und  Straßenaufbruch dort deponiert.

Jetzt ist der Bereich voll und muss abgedichtet werden. Von unten ist das bereits passiert, bevor Müll dort hingebracht wurde. Jetzt geht es um die Abdichtung von oben. „Wir machen da jetzt einen Deckel drauf“, erklärt Kielholtz weiter. Bei einer Fläche von 7,8 Hektar und mit den gesetzlichen Vorgaben, die werden müssen, kommt der hohe Betrag zusammen.

Bei den Bauarbeiten wird in einem ersten Schritt das Gelände modelliert, anschließend kommt eine Betonitmatte aus quellfähigem Ton darüber. „Damit wäre der ganze Bereich schon sehr gut abgedichtet, aber es sind  noch weitere Schutzvorkehrungen vorgesehen“, so die Pressesprecherin.

Mit einer speziellen Folie, die parallel mit zwei Nähten verschweißt wird, geht es weiter. Auf die Dichtung wird eine Drainagematte verlegt. Darüber kann versickertes Niederschlagswasser abgeleitet werden. In steileren Bereichen sichert ein Geogitter, eine Sonderform Sonderform von Geokunststoffe  beziehungsweise  Geotextilien, das die ein Meter dicke Schicht Rekultivierungsboden gegen ein Abrutschen sichert.

In den Boden kommen abschließend Büsche und Gras. Der Schritt der Begrünung soll dazu führen, dass das Gelände wieder so natürlich aussieht, wie es 1974 war, als die ehemalige Kiesgrube in eine Müllkippe umgenutzt worden ist. Damit das Regenwasser abfließen kann, müssen Drainage-Systeme gebaut werden. Die Gase, die sich noch unter der Folie bilden können, weil bis 2005 auch Biomassen dort gelagert wurde, werden abgesaugt und im deponieeigene Blockheizkraftwerk energetisch verwertet.

Neben der Produktion von Strom wird auch das Betriebsgebäude auf dem Gelände beheizt. Daneben müssen neue Betriebswege gebaut werden, um an alle Stellen heranzukommen. Drei Jahre sollen die Arbeiten insgesamt dauern.

Wenn sie abgeschlossen sind, werden die übrigen mit Abfall belegten Flächen in den Folgejahren mit einer Oberflächenabdichtung überbaut. Das Gesamtareal der Deponie ist insgesamt 30 Hektar groß. Diese Stilllegungsmaßnahmen könnten bis zum Jahr 2038 dauern. Anschließend muss die Deponie in Sehlem noch mindestens 30 Jahre überwacht und gewartet werden.

Der Ortsgemeinderat Sehlem, dem das Projekt in der vergangenen Sitzung vorgestellt wurde, hat dem Vorhaben zugestimmt. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurdeer  beteiligt. Fragen hatten die Ratsmitglieder zur Dauer der Arbeiten und danach, wie das Gelände nachher aussehen werde.