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Der 19. Erbeskopf-Marathon im Juli ist trotz Corona noch nicht abgesagt

Kostenpflichtiger Inhalt: Sport : „Als Optimisten hoffen wir weiter“ – Stand jetzt soll der Erbeskopf-Marathon im Juli stattfinden

Die Sportfreunde Hochwald Thalfang haben den 19. Erbeskopf-Marathon im Juli noch nicht abgesagt. Sie setzen sich eine Frist bis Anfang Mai.

In jedem Jahr Hunderte von Teilnehmern, mehr als 800 waren es 2019; Strecken für Einsteiger und den Nachwuchs (um die 30 Kilometer) bis hin zum Marathon für Profis (110 Kilometer). Die Region rund um den Erbeskopf im Ausnahmezustand und für die Frauen und Männer der Sportfreunde Hochwald Thalfang eine monatelange minutiöse Vorbereitung bis ins kleinste Detail: Der Mountainbike Erbeskopf-Marathon sprengte in den vergangenen Jahren von Mal zu Mal schier alle Grenzen.

Die 19. Auflage des internationalen Ausdauer-Spektakels in diesem Jahr war geplant bis in die kleinste Büroklammer. Und jetzt? Ja oder nein? Die weltweite Corona-Pandemie hat auch vor den Machern des größten Mountainbike-Spektakels in Rheinland-Pfalz nicht haltgemacht. So viele große Sportveranstaltungen in der Region sind bereits dem Virus zum Opfer gefallen. Die Macher im Hunsrück hoffen jedoch, den vorgesehenen Termin am 12. Juli für Ihr Mega-Event einhalten zu können.

„Noch sind es mehr als dreieinhalb Monate bis zu unserem Termin. Wir haben so viel an Vorbereitung in dieses Jahr gesteckt, unzählige neue Strecken erkundet, mit Behörden, Forstämtern, aber auch mit Leuten gesprochen, die privat sehr viel mit dem Mountainbike unterwegs sind. Es wäre jammerschade, wenn wir das absagen müssten“, sagt Thorsten Rode, bei dem seit vielen Jahren die Fäden der Vorbereitung und auch am Tag der Veranstaltung selbst zusammen laufen.

Bis Anfang Mai, so Rode, „haben wir uns eine Frist gesetzt für unsere Entscheidung. Das wäre dann immer noch früh genug. Vorher werden ohnehin noch keine Strecken präpariert, wir fahren mit den vielen Helfern, die uns unterstützen, und mit den Leuten vom DRK keine Strecken ab.“

Zudem seien „bei einem Mountainbike-Wettbewerb die Verhältnisse ohnehin anders als bei einem Straßenrennen. Die Teilnehmer sind über viele Kilometer allein im Wald unterwegs, es sind höchstens vereinzelt Zuschauer an den verschiedenen Kursen oder an den Verpflegungsstellen zu sehen.“ Wo man Vorkehrungen treffen müsste, das wäre lediglich in Thalfang am Start- und Zielort, wo auch der Veranstalter und das DRK ihr Hauptquartier aufschlagen werden.

Im Rahmen des Nationalpark-Projekts war in diesem Jahr eine attraktive Streckengestaltung direkt am Erbeskopf ohnehin nicht mehr möglich. „Wir haben uns den veränderten Verhältnissen aber angepasst, sind in diesem Jahr mit der Streckenführung noch einmal ganz neue Wege gegangen“, sagt Rode, der Abteilungsleiter Mountainbike bei den Sportfreunden Hochwald Thalfang. „Unsere Routen führen jetzt über Büdlich, Breit, Berglicht bis hinüber nach Bescheid, Beuren, Geisfeld und Rascheid“, erzählt Rode. Überall in den Dörfern seien die Thalfanger von den Ortsbürgermeistern oder den Forstbeamten mit offenen Armen empfangen worden. „Viele Ortskundige haben uns tolle und zum Teil sehr anspruchsvolle Strecken gezeigt, wo wir vor allem auf den langen Strecken fahren könnten.“ Deswegen heißt das Motto der Veranstaltung jetzt auch: „Bezwinge den Hochwald, mit Erbeskopfblick.“ Für die Mark-Gemeinde Thalfang wie auch für die umliegenden Dörfer ist der Erbeskopf-Marathon aber auch längst ein touristisches und nicht nur ein sportliches Ereignis geworden. Viele Teilnehmer, darunter ganze Vereine, reisen schon ein oder zwei Tage vorher an. Sie übernachten entweder mit dem Wohnmobil ganz in der Nähe, müssen sich verpflegen. Viele buchen aber schon seit Jahren Zimmer für ein oder zwei Nächte bei den gleichen Pensionen oder kleinen Hotels.

An die Teilnehmer der vergangenen Jahre aus dem In- und Ausland haben sich die Sportfreunde Hochwald Thalfang inzwischen mit einem Mail-Rundschreiben gewandt, um sie über den aktuellen Sachstand zu informieren. Darin heißt es unter anderem: „Als Optimisten hoffen wir, dass unsere Welt in ein paar Wochen wieder rosiger ausschauen wird und wir unseren geliebten Radsport bald wieder voll ausüben können. Ob der Erbeskopf-Marathon wie geplant am 12. Juli dieses Jahres stattfinden kann, kann aktuell niemand seriös beantworten. In der momentanen Situation ist das auch überhaupt nicht wichtig! Wir bitten daher um Geduld und Verständnis, dass wir derzeit keine detaillierteren Auskünfte geben können.“