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Der Bauboom treibt die Kosten in die Höhe: Der Rat der Verbandsgemeinde Thalfang verabschiedet Handwerkerarbeiten über 865 683 Euro

Kommunalpolitik : Realschule plus: Kosten für die Sanierung wachsen weiter

Der Bauboom treibt die Kosten in die Höhe: Der Rat der Verbandsgemeinde Thalfang bringt dennnoch weitere Handwerkerarbeiten für 865 683 Euro auf den Weg.

Immer wieder muss sich der Rat der Verbandsgemeinde Thalfang mit dem Thema Realschule plus beschäftigen. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Sanierung der Thalfanger Schule läuft derzeit auf Hochtouren. Seit Frühjahr 2016 wird die aus den 1960er Jahren stammende Schule aufwändig saniert.

Es ist für die Verbandsgemeinde ein Mega-Projekt mit einem Kostenvolumen von annähernd 11 Millionen Euro. Dabei haben sich die Kosten in den vergangenen Jahren immer wieder erhöht. Mal mussten zusätzliche Elektroleitungen eingebaut werden, ein anderes Mal fiel die Sanierung der Betondecken teurer aus als erwartet (der TV berichtete mehrfach).

Ursprünglich sollten die derzeit in Containern untergebrachten Schüler bereits nach den Osterferien 2018 wieder einziehen, aber dieser Umzug wurde erst einmal auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben. Die Bauarbeiten ziehen sich hin, der Verbandsgemeinderat muss die Kostenübernahme für die einzelnen Vorhaben, die sogenannten Gewerke, jeweils einzeln nach einer europaweiten Ausschreibung beschließen.

 Und auch in der Sitzung in Berglicht am Dienstagabend geht es um mehrere Gewerke der Realschule plus, die aktuell anstehen. Darunter das Gewerk mit der Ziffer 42 „Außenanlagen“. Darin geht es um die Neuanlage der Parkplätze, Stützmauern und weitere Vorhaben. Ursprünglich sah das Vergabekonzept vom Dezember 2017 dafür ein Budget von 545 100 Euro vor. Tatsächlich haben sich lediglich zwei Firmen darum beworben, von denen das günstigere Angebot bei 865 683 Euro liegt. Wie die Verwaltung mitteilt, seien zum einen zusätzliche Maßnahmen, darunter die Ableitung von Oberflächenwasser notwendig geworden, zum anderen habe es aber auch nur eine sehr schwache Wettbewerbslage gegeben mit lediglich zwei Bietern.
Udo Keuper von der Verwaltung erklärt: „Wir haben europaweit ausgeschrieben. Aber der Markt im Tiefbau ist gesättigt. Offensichtlich besteht für ein Volumen um die 700 000 Euro wenig Interesse.“ Stephan Müller von der Neuen Liste sagt: „Wir können froh sein, dass wir überhaupt noch Firmen dafür finden. Das ist bitter. Aber wir können nicht zurück.“

Das bestätigt auch Udo Keuper: „Wir sind sehr eingeschränkt, was die Zeitschiene betrifft.“ Winfried Welter (CDU) stimmt zu: „Wir können die Ausschreibung nicht einfach wegen der Kosten aufheben. Der Haken ist: Wir hängen am Terminplan der Schule. Wir wollen fertig werden.“

Auch Burkhard Graul (SPD) schließt sich an: „Eine neue Ausschreibung könnte die Preise sogar erhöhen. Wir haben der Schule gegenüber ein Versprechen zu halten und wollen dafür sorgen, dass die Kinder im Herbst wieder in ihre Schule gehen können.“

Zähneknirschend stimmte der Verbandsgemeinderat dem Beschluss zu, die Außenanlagen für 865 683 Euro zu vergeben.